Shirin (Shira) von Persien

Römische Märtyrerinnen kennt der katholische Heiligenkalender viele – aber was ist mit dem Perserreich, der anderen Großmacht der Spätantike? Vorhang auf für Shirin von Persien (6. Jahrhundert): Der Legende nach war sie die Tochter eines berühmten zarathustrischen Priesters im heutigen Irak. Shirin sei ebenfalls als Priesterin erzogen worden und habe im Feuertempel gewirkt. Durch das Vorbild anderer Frauen sei sie zum christlichen Glauben gekommen und habe sich taufen lassen wollen. Der verantwortliche Bischof soll jedoch an ihrer Entschlossenheit gezweifelt und aus Angst vor weiteren Repressionen durch die Anhänger der herrschenden Religion (siehe Bild) abgelehnt haben. Daraufhin habe Shirin während ihres Tempeldienstes den Opfertisch umgeworfen und öffentlich ihren christlichen Glauben bekannt. Ihr Vater soll sie daraufhin brutal verprügelt und ins Gefängnis geworfen haben. Der Tradition zufolge habe Shirin die Gefängniswärter bestochen, sodass der Bischof sie doch noch taufen konnte. Nach langen Foltern sei Shirin verurteilt und gehängt worden.

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Gebet des Tages

Allwissender Gott,
du siehst nicht auf unsere äußeren Werke,
sondern auf unser Herz.

Gib, dass wir mit reiner Gesinnung vollbringen,
was wir in diesen vierzig Tagen
an Buße und Verzicht auf uns nehmen.

(aus dem Tagesgebet)

Jes 58, 1-9a

Lesung aus dem Buch Jesaja

So spricht Gott, der Herr: Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine Stimme ertönen wie eine Posaune! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden!

Sie suchen mich Tag für Tag; denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und möchten, dass Gott ihnen nah ist.

Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Warum tun wir Buße, und du merkst es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und treibt alle eure Arbeiter zur Arbeit an.

Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank, und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt?

Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.

Mt 9, 14-15

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit kamen die Jünger Johannes‘ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.