Blandina von Lyon

Im Römischen Reich des zweiten Jahrhunderts galten Christen in der öffentlichen Meinung als gesellschaftlicher Abschaum. Ob Hass auf den Kaiser, inzestuöse Orgien oder rituelle Kindermorde – kaum ein Verbrechen, das der kleinen Glaubensgemeinschaft nicht unterstellt wurde. Wer wegen seines verbotenen Glaubens angezeigt wurde, musste Christus abschwören oder mit dem Tod rechnen. So kam es im Jahr 177 zu einer regelrechten Hinrichtungswelle in Lyon. Unter den Blutzeugen war eine Frau namens Blandina (gest. 177). Der Kirchenvater Eusebius von Caesarea berichtete, dass sie die Sklavin einer christlichen Familie war. Nach ihrer Verhaftung wies sie trotz der Todesdrohungen alle Vorwürfe von sich: "Ich bin Christin. Ich habe nichts Unrechtes getan." Tagelang musste Blandina den Hinrichtungen ihrer Glaubensgeschwister zusehen bis sie als Letzte an der Reihe war: Sie wurde gegeißelt, gebrandmarkt und gefesselt einem Stier vorgeworfen. Schließlich erdolchte ein Henker die schwer verletzte und bewusstlose Frau. Um einen möglichen Märtyrerkult zu unterbinden und den Christen die Lächerlichkeit ihrer leiblichen Auferstehungshoffnung vor Augen zu führen, wurde Blandinas Asche in die Rhone gestreut. Heute wird die einstige Sklavin als Stadtpatronin Lyons verehrt.

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Gebet des Tages

Herr, unser Gott.
Wir danken dir
für das Geschenk dieser Zusammenkunft.

Sie hält in uns lebendig,
was wir allein vergessen und verlieren würden.

Zeig uns heute neu den Sinn unseres Lebens.
Festige unsere Gemeinschaft mit dir
und miteinander.

Schenk uns den Geist deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus.

(Aus dem Tagesgebet)

2 Petr 3, 12-15a.17-18

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Petrus

Liebe Schwestern und Brüder!

Ihr müsst den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen, und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.

Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden. Seid überzeugt, dass die Geduld unseres Herrn eure Rettung ist.

Ihr aber, liebe Brüder, sollt das im Voraus wissen und acht geben, dass ihr euch nicht von dem Irrtum der Gottesverächter mitreißen lasst, euren Halt verliert und zu Fall kommt. Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm gebührt die Herrlichkeit, jetzt und bis zum Tag der Ewigkeit. Amen.

Mk 12, 13-17

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?

Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.