Otto von Bamberg

In Zeiten komplexer Konflikte braucht es beherzte Brückenbauer mit guten Kontakten – so wie Otto von Bamberg (um 1061-1139). Er war der Sohn einer schwäbischen Adelsfamilie und erhielt seine Ausbildung im Kloster Hirsau (anderen Quellen zufolge in Eichstätt). Bald schon sprach sich die Begabung des jungen Otto herum: Im Jahr 1082 erhielt er den Auftrag, die Kaiserschwester Judit als Kaplan an den Hof ihres neuen Ehemannes, des polnischen Herzogs Wladislaw, zu begleiten. Später rief ihn Kaiser Heinrich IV. zurück und ernannte Otto zum Leiter der Speyerer Dombauhütte. Anschließend stieg er sogar zum Vorsteher der königlichen Kanzlei auf. Seinen vorläufigen Karrierehöhepunkt erreichte Otto am Weihnachtstag 1102: Heinrich IV. ernannte ihn zum Bischof von Bamberg (siehe Bild). Trotz aller Ehrungen blieb Otto bescheiden und widmete sich hingebungsvoll dem ihm anvertrauten Bistum: Zu seiner Bischofsweihe erschien er barfuß und in Notzeiten half er der leidenden Bevölkerung aus der eigenen Tasche. Im Laufe seiner Amtszeit errichtete Otto über 30 Klöster, Stifte und Spitäler. Währenddessen aber verschärfte sich der Konflikt zwischen Papst und Kaiser zusehends: Im sogenannten Investiturstreit rangen die weltliche und die geistliche Macht um das Recht, Bischöfe einzusetzen. Otto, der gleichzeitig Reichsfürst und Bischof war, spielte aufgrund seiner engen Verbindungen zu beiden Seiten eine Schlüsselrolle. Er vermittelte und hatte mit seiner Diplomatie entscheidenden Anteil am Wormser Konkordat von 1122, das den Konflikt beilegte. Selbst nach dieser Feuerprobe war der emsige Otto noch nicht am Ende. Anstatt sich zur Ruhe zu setzen, missionierte er auf Bitten des polnischen Herzogs Boleslaw III. zwischen 1124 und 1128 im neu eroberten Pommern. Bis heute Otto wird auch als "Apostel der Pommern" verehrt. Er starb am 30. Juni 1139 in Bamberg und wurde bereits 1189 heiliggesprochen.

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Gebet des Tages

Des Himmels Schöpfer, großer Gott,
du hast das Firmament gebaut
und so geschieden Flut von Flut,
daß sie nicht wirr zusammenströmt.

Den Wolken wiesest du die Bahn,
den Flüssen zeigtest du ihr Bett;
nun hemmt die Flut des Feuers Macht,
damit die Erde nicht verbrennt.

(Hymnus: Immense Coeli Conditor 7. Jahrhundert)

Am 3, 1-8; 4, 11-12

Lesung aus dem Buch Amos

Hört dieses Wort, das der Herr gesprochen hat über euch, ihr Söhne Israels, über den ganzen Stamm, den ich aus Ägypten heraufgeführt habe. Nur euch habe ich erwählt aus allen Stämmen der Erde; darum ziehe ich euch zur Rechenschaft für alle eure Vergehen. Gehen zwei den gleichen Weg, ohne dass sie sich verabredet haben?

Brüllt der Löwe im Wald, und er hat keine Beute? Gibt der junge Löwe Laut in seinem Versteck, ohne dass er einen Fang getan hat? Fällt ein Vogel zur Erde, wenn niemand nach ihm geworfen hat? Springt die Klappfalle vom Boden auf, wenn sie nichts gefangen hat?

Bläst in der Stadt jemand ins Horn, ohne dass das Volk erschrickt? Geschieht ein Unglück in einer Stadt, ohne dass der Herr es bewirkt hat? Nichts tut Gott, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat. Der Löwe brüllt - wer fürchtet sich nicht? Gott, der Herr, spricht - wer wird da nicht zum Propheten?

Ich brachte über euch eine gewaltige Zerstörung wie die, die Gott einst über Sodom und Gomorra verhängte; ihr wart wie ein Holzscheit, das man aus dem Feuer herausholt. Und dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir - Spruch des Herrn. Darum will ich dir all das antun, Israel, und weil ich dir all das antun werde, mach dich bereit, deinem Gott gegenüberzutreten.

Mt 8, 23-27

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief.

Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See, und es trat völlige Stille ein. Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?