Benedikt von Nursia

Ob "Patron Europas", "letzter Römer" oder "Vater des Abendlandes" - an zugeschriebenen Titeln mangelt es diesem Heiligen der Oberliga nicht. Keine Frage: Benedikt von Nursia (um 480-547) ist der "Mr. Europa" des Heiligenkalenders. Der Sohn eines reichen Landbesitzers wurde zum Studium nach Rom geschickt, welches sich damals schon im Niedergang befand (der Kaiserhof war bereits nach Konstantinopel gezogen). Benedikt reagierte entsetzt auf den Sittenverfall der Großstadt, brach sein Studium ab und zog sich als Einsiedler in die Einsamkeit zurück. Doch immer mehr Menschen wollten diesen ungewöhnlichen Gottsucher sehen und eine Schülergruppe formierte sich. Nach zwei gescheiterten Versuchen gründete Benedikt mit seinen Gefährten eine Gemeinschaft auf dem Bergkegel des Monte Cassino zwischen Rom und Neapel. Dass diese gebildeten Männer aus besseren Verhältnissen mit ihren eigenen Händen ein Kloster bauten, muss die anwesenden Dorfbewohner überrascht haben: Körperliche Arbeit galt den antiken Römern als moralisch zwielichtiges Unterfangen. Für seine berühmte Benediktregel übernahm er Teile der anonymen "Regula Magistri" aus dem frühen 6. Jahrhundert und ließ sich besonders von dem bereits hochentwickelten orientalischen Mönchtum inspirieren. Benedikt starb am 21. März 547 in seiner Klostergründung Monte Cassino. Ab dem 9. Jahrhundert wurde die Benediktregel im fränkischen Reich verpflichtend für alle Klöster eingeführt. Diese entwickelten sich zu Bildungs- und Wirtschaftszentren und prägten jahrhundertelang das Gesicht des Kontinents.

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Gebet des Tages

Das Herz

Wenn wir Psalmen singen,
dann soll unser Herz mit
dem gesungenen Wort
zusammenklingen.

Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben,
vielmehr soll jeder auf das bedacht sein,
was für den andern gut ist.

(aus der Regel des heiligen Benedikt)

Spr 2, 1-9

Lesung aus dem Buch der Sprichwörter

Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote beherzigst, der Weisheit Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst, wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittest, wenn du sie suchst wie Silber, nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Gottesfurcht begreifen und Gotteserkenntnis finden.

Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht. Für die Redlichen hält er Hilfe bereit, den Rechtschaffenen ist er ein Schild.

Er hütet die Pfade des Rechts und bewacht den Weg seiner Frommen. Dann begreifst du, was Recht und Gerechtigkeit ist, Redlichkeit und jedes gute Verhalten.




Mt 19, 27-29

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?

Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.