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Cornelius

Während heute viele Menschen austreten, weil sie die Kirche zu streng finden, war es in der Antike genau umgekehrt: Regelmäßig wurde der Großkirche vorgeworfen, sie sei zu lasch. Dieses Urteil ereilte auch Cornelius (gest. 253), der 251 zum Bischof von Rom gewählt worden war. In der Zeit der Christenverfolgung existierten praktisch drei Gruppen von Gläubigen: Zunächst die Glücklichen, welche einfach nicht entdeckt wurden. Zweitens die standhaften Märtyrer. Und drittens die Abgefallenen, welche den heidnischen Göttern geopfert hatten, um ihr Leben zu retten. Durften Gemeinden reuevolle Abgefallene wieder aufnehmen? "Ja!", glaubte Cornelius und nahm dafür sogar eine Kirchenspaltung in Kauf. Die römische Synode im Herbst 251 bestätigte seine milde Haltung. Kurz darauf ging Cornelius wegen einer erneuten Christenverfolgung ins Exil, wo er 253 starb. Sein Gedenktag am 14. September erinnerte an die Niederlegung seiner Gebeine und wurde später wegen des Fests der Kreuzerhöhung auf den 16. September verschoben.

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Gebet des Tages

Ewiger Gott,
du hast deiner Kirche in den heiligen Bischöfen
Kornelius und Cyprian eifrige Hirten geschenkt
und ihnen die Kraft gegeben,
treu bis in den Tod ihren Glauben zu bekennen.

Höre auf ihre Fürsprache
und festige unseren Glauben,
damit wir bereit sind,
für die Einheit der Kirche zu beten und zu arbeiten.

(aus dem Tagesgebet)

1 Kor 12, 31 – 13, 13

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Schwestern und Brüder!

Strebt nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.

Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.

Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.

Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Lk 7, 31-35

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich? Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.

Johannes der Täufer ist gekommen, er isst kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder Recht bekommen.