Emmeram von Regensburg

"Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt", sagt Jesus im Johannesevangelium (Joh 15,13). Emmeram von Regensburg (gest. 652) hat danach gelebt. Etwa 100 Jahre nach seinem Tod verfasste Bischof Arbeo von Freising die einzige heute erhaltene schriftliche Quelle über den Heiligen. Dieser Vita zufolge stammte Emmeram aus dem westfranzösischen Poitiers, wo er als Wandermönch lebte. Nach seiner Bischofsweihe unternahm er eine Missionsreise entlang der Donau und lernte Herzog Theodo I. kennen, der im damaligen Stammesherzogtum Baiern herrschte. Er bewog Emmeram zum Bleiben und so ließ sich der einstige Wandermönch in Regensburg nieder. Hier widmete er sich der Glaubensverkündigung in der Stadt und im weiteren Umland. Drei Jahre lang unterhielt Emmeram nicht nur zu Theodo, sondern der ganzen Herrscherfamilie enge Beziehungen. Als die unverheiratete Herzogtochter Uta bemerkte, dass sie von ihrem Geliebten ein Kind erwartete, vertraute sie sich Emmeram an. Dieser riet der verzweifelten Schwangeren, ihn selbst als Vater zu nennen. Mit dieser Lüge wollte er das Paar vor der grausamen Strafe des Herzogs bewahren. Emmeram selbst reiste nach Rom, um sich vor dem Papst für sein vermeintliches Vergehen zu verantworten. Doch als Uta ihrer Familie die vereinbarte Geschichte erzählte, geriet ihr Bruder Lantpert dermaßen in Rage, dass er – trotz der hohen Strafen für einen Bischofsmord – Emmeram nachjagte. Am 22. September 652 holte er ihn beim heutigen Kleinhelfendorf südöstlich von München ein. Um die angebliche Ehrverletzung seiner Schwester zu rächen, richtete er Emmeram brutal zu: Lantpert band ihn auf eine Leiter, schnitt ihm bei lebendigem Leibe die Gliedmaßen ab und enthauptete ihn schließlich. Nachdem der Herzog die Wahrheit erfahren hatte, ließ er den eilig begrabenen Emmeram exhumieren und in Regensburg beisetzen. Seit 752 ruhen seine Gebeine in der später nach ihm benannten Reichsabtei St. Emmeran (siehe Bild). Er zählt heute zu den Patronen der Diözese Regensburg.

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Gebet des Tages

Gott und Vater aller Menschen.
Du willst, dass wir in deinem Namen
Frieden bringen, wo Zwietracht herrscht,
Glauben wecken, wo Zweifel um sich greift,
die Hoffnung beleben,
wo Traurigkeit die Menschen lähmt.
Hilf uns, dass wir deine Liebe bekannt machen.

(aus der Tagesliturgie)

Spr 21, 1-6.10-13

Lesung aus dem Buch der Sprichwörter

Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn; er lenkt es, wohin er will. Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der Herr prüft die Herzen. Gerechtigkeit üben und Recht ist dem Herrn lieber als Schlachtopfer.

Hoffart der Augen, Übermut des Herzens - die Leuchte der Frevler versagt. Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel. Wer Schätze erwirbt mit verlogener Zunge, jagt nach dem Wind, er gerät in die Schlingen des Todes. Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen.

Muss der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an. Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt. Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.

Lk 8, 19-21

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.