Alfons Rodriguez

Es gibt Heilige, die imposante Werke vollbringen – Alfons Rodriguez (1531-1617) gehört definitiv nicht zu ihnen. Nicht die großen Taten, sondern der gelebte und teils auch erlittene Alltag dieses Gottsuchers beeindruckt. Alfons wurde im spanischen Segovia als Sohn eines Wollhändlers geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters musste Alfons die Jesuitenschule vorzeitig verlassen, um die Familie zu versorgen. Später übernahm er das Geschäft, heiratete und wurde Vater dreier Kinder. Bald aber schlug das Unglück zu: Erst starben zwei Kinder, dann seine Ehefrau. Der Handel lief immer schlechter und als auch sein letztes Kind starb, blieb der 35-jährige Alfons allein zurück. Er suchte nach neuer Orientierung in seinem Leben und bat um Aufnahme bei den Jesuiten. Diese aber lehnten zunächst ab: Alfons sei zu alt, zu ungebildet und zu kränklich. Erfolglos versuchte er, seine Wissenslücken durch Kurse in Valencia zu schließen. Erst 1571 wurde Alfons als einfacher Bruder in den Jesuitenorden aufgenommen und nach Palma de Mallorca (siehe Bild) gesandt. Dort übte er über 46 Jahre lang den Dienst des Pförtners aus. Der demütige und fromme Alfons hatte für alle ein offenes Ohr und wurde für viele hochgebildete Mitbrüder zum geistlichen Ratgeber. Erst nach seinem Tod am 31. Oktober 1617 fand man seine umfangreichen mystischen Aufzeichnungen, die von einer innigen Marienfrömmigkeit zeugen. Papst Leo XIII. sprach ihn 1888 heilig.

 

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Gebet des Tages

Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt.

Hilf uns,
dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.

(aus der Tagesliturgie)

Phil 1, 18b-26

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper

Meine Brüder!

Auf jede Weise, ob in unlauterer oder lauterer Absicht, wird Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Aber ich werde mich auch in Zukunft freuen. Denn ich weiß: Das wird zu meiner Rettung führen durch euer Gebet und durch die Hilfe des Geistes Jesu Christi.

Darauf warte und hoffe ich, dass ich in keiner Hinsicht beschämt werde, dass vielmehr Christus in aller Öffentlichkeit - wie immer, so auch jetzt - durch meinen Leib verherrlicht wird, ob ich lebe oder sterbe. Denn für mich ist Christus das Leben, und Sterben Gewinn.

Wenn ich aber weiterleben soll, bedeutet das für mich fruchtbare Arbeit. Was soll ich wählen? Ich weiß es nicht. Es zieht mich nach beiden Seiten: Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein - um wie viel besser wäre das!

Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. Im Vertrauen darauf weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen ausharren werde, um euch im Glauben zu fördern und zu erfreuen, damit ihr euch in Christus Jesus umso mehr meiner rühmen könnt, wenn ich wieder zu euch komme.

 

Lk 14, 1.7-11

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen.

Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.