Taufe des Herrn

Das Hochfest Erscheinung des Herrn wurde früher acht Tage gefeiert und schloss mit einem Oktavtag, an welchem das zweiten Festgeheimnis, die Taufe des Herrn, besonders im Vordergrund stand. Erst der Wegfall dieser Oktav machte aus der Taufe des Herrn 1960 ein eigenes Fest, das immer am Sonntag nach dem 6. Januar gefeiert wird. Alle drei synoptischen Evangelien berichten von der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer (vgl. Mt 3,13-17, Mk 1,9ff, Lk 3,21f). Viele Kirchenväter sahen in der Taufe Jesu bereits eine Vorwegnahme seines späteren Todes und Hinabsteigens in die Unterwelt. In der Bibel markiert das Ereignis den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Seit der Liturgiereform 1963 bildet das Fest den Abschluss der festlichen Weihnachtszeit; es folgt die reguläre "Zeit im Jahreskreis" (erkennbar an der liturgischen Farbe Grün). In vielen Gemeinden erinnern die Gläubigen mit besonderen Taufgedächtnissen auch an ihre eigene Taufe. Mit der ermutigenden Botschaft des menschgewordenen Sohn Gottes führt das Fest aus der Weihnachtszeit – und sendet neu in den ganz normalen Alltag.

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Gebet des Tages

Barmherziger Gott,
du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt,
um die Menschen
aus der alten Knechtschaft zu erlösen.

Schenke allen, die auf deine Hilfe warten,
die Freiheit des neuen Lebens.
(aus der Tagesliturgie)

Jes 42, 5a.1-4.6-7

Lesung aus dem Buch Jesaja

So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.

Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.

Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Apg 10, 34-38

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.

Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus; dieser ist der Herr aller. Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.

Mk 1, 7-11

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

In jener Zeit trat Johannes in der Wüste auf und verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.

Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.  und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.