Polykarp von Smyrna

Polykarp von Smyrna (um 70-155/6) hat etwas zu bieten, bei dem die meisten antiken Märtyrer nicht mithalten können: gesicherte Quellen. Er zählt zu den "Apostolischen Vätern" (Kirchenväter aus den ersten beiden Jahrhunderten) und wirkte als Bischof in Smyrna (heutiges Izmir in der Türkei, siehe Bild). Polykarp war maßgeblich an der Verbreitung des Christentums in Kleinasien beteiligt und stand in Briefkontakt mit anderen Kirchenführern seiner Zeit. 155 reiste Polykarp nach Rom, um mit dem römischen Bischof Anicetus über die Berechnung des Osterdatums zu diskutieren. Bereits damals folgten Ost- und Westkirche unterschiedlichen Berechnungen. Obwohl sich Polykap und Anicetus nicht einigen konnten, kam es zu keinem Bruch: Nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier verließ Polykarp Rom und kehrte in seine Bischofsstadt zurück. In Smyrna wurde der bereits hochbetagte Polykarp wegen seines Glaubens verhaftet und zum Tod verurteilt. Der Tradition nach konnten ihm die Flammen des Scheiterhaufens nichts anhaben, sodass er am 22. oder 23. Februar schließlich erstochen wurde.

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Gebet des Tages

Herr, unser Gott,
sieh gütig auf deine Gemeinde.
Da wir durch Mäßigung
den Leib in Zucht halten und Buße tun,
schenke unserem Geist
die wahre Sehnsucht nach dir.

(aus dem Tagesgebet)

Jes 55, 10-11

Lesung aus dem Buch Jesaja

So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Mt 6, 7-15

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.

Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.