Etheldreda (Edeltraud)

Heiratspolitik war seit jeher ein beliebtes Mittel einflussreicher Adelsfamilien – doch diese angelsächsische Prinzessin hatte ihren ganz eigenen Kopf. Etheldreda (um 635-679) war die Tochter des Königs Anna von Ostanglien. Aus machtstrategischen Gründen musste sie als junges Mädchen den Adligen Tondberht heiraten, der ihr als Hochzeitsgeschenk die Insel Ely übergab. Doch statt sich ihrem vermeintlichen Schicksal zu fügen, legte Etheldreda ein Jungfräulichkeitsgelübde ab und überzeugte ihren Ehemann, diese radikale Entscheidung zu akzeptieren. Nach Tondberhts Tod im Jahr 655 zog sich die Witwe nach Ely zurück. Doch die Ruhe währte nur kurz: Fünf Jahre später musste Etheldreda den erst 15-jährigen northumbrischen Prinzen Ecgrifth heiraten. Mit dessen Thronbesteigung im Jahr 670 stieg Etheldreda zur Königin von Northumbria auf. Im Laufe der Jahre drängte Ecgrifth immer stärker auf den Vollzug der Ehe. Schließlich ergriff Etheldreda die Flucht und trat mithilfe des Bischofs Wilfrith von York in ein Kloster ein. Durch ihr Nonnengelübde entzog sie sich endgültig dem Zugriff ihrer Familie. 673 kehrte Etheldreda auf ihre geliebte Insel Ely zurück und gründete dort ein Doppelkloster, dem sie selbst als Äbtissin vorstand. Sie starb am 23. Juni 679. Bis heute zählt Etheldreda zu den beliebtesten Heiligen Großbritanniens.

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Gebet des Tages

Gott.
Dein Sohn Jesus Christus
ist das Weizenkorn, das für uns starb.

Wir leben aus seinem Tod
Nimm von uns die Angst,
für andere verbraucht zu werden.

Hilf uns, einander Gutes zu tun, damit wir nicht vergeblich leben
sondern Frucht bringen in Jesus Christus.

(aus dem Tagesgebet)

Gen 15, 1-12.17-18

Lesung aus dem Buch Genesis

In jenen Tagen erging das Wort des Herrn in einer Vision an Abram: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild; dein Lohn wird sehr groß sein. Abram antwortete: Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kinderlos dahin, und Erbe meines Hauses ist Eliëser aus Damaskus.

Und Abram sagte: Du hast mir ja keine Nachkommen gegeben; also wird mich mein Haussklave beerben. Da erging das Wort des Herrn an ihn: Nicht er wird dich beerben, sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein. Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf, und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Abram glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.

Er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zu Eigen zu geben. Da sagte Abram: Herr, mein Herr, woran soll ich erkennen, dass ich es zu Eigen bekomme? Der Herr antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine Haustaube!

Abram brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie und legte je eine Hälfte der andern gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke herab, doch Abram verscheuchte sie. Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf; große, unheimliche Angst überfiel ihn.

Die Sonne war untergegangen, und es war dunkel geworden. Auf einmal waren ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel da; sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch. An diesem Tag schloss der Herr mit Abram folgenden Bund: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum großen Strom Eufrat.

Mt 7, 15-20

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.

Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.