Kreuzerhöhung

Kaiser Konstantin hatte zweifellos ein besonderes Gespür für Dramaturgie: Am 13. September 335 wurde die in seinem Auftrag errichtete Jerusalemer Auferstehungskirche (auch bekannt als Grabeskirche) eingeweiht. Für den Tag nach der Kirchweihe hatte Konstantin noch einen weiteren Höhepunkt zu bieten: Am 14. September konnten die Gläubigen erstmals das "Wahre Kreuz" Christi verehren, welches Konstantins Mutter zuvor durch wunderbare Fügung in Jerusalem gefunden haben soll. Jedes Jahr am 14. September zeigte der Jerusalemer Patriarch die Kreuzreliquie hoch erhoben den Gläubigen – das Fest der Kreuzerhöhung war geboren. Schon bald trat das Fest der Kirchweihe demgegenüber völlig in den Hintergrund. Mit verschiedenen Kreuzpartikeln gelangte auch das dazugehörige Fest nach Europa. Rom begeht nachweislich seit dem 7. Jahrhundert das Fest der Kreuzerhöhung. Ausgerechnet auf einem Kreuzzug ging die Hauptreliquie 1187 im Heiligen Land verloren. Einzelne Kreuzpartikel sollen sich bis heute etwa in der Limburger Staurothek oder im Stift Heiligenkreuz befinden.

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Gebet des Tages

Allmächtiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat dein geliebter Sohn
den Tod am Kreuz
auf sich genommen,
um alle Menschen zu erlösen.

Gib, dass wir in der
Torheit des Kreuzes
deine Macht und
Weisheit erkennen
und in Ewigkeit teilhaben
an der Frucht der Erlösung.

(aus der Tagesliturgie)

Phil 2, 6-11

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;  er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Joh 3, 13-17

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.

Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.