Agnes

Sie ist DER Idealtypus einer jungfräulichen Märtyrerin und keine wurde so früh wie sie verehrt: Agnes. Bereits Damasus I. (um 305-384) widmete ihr ein Gedicht: "O, Du mir Ehrwürdige, hohe, heilige Zierde der Scham, sei gnädig, erlauchte Märtyrin, so fleh' ich, des Damasus Bitten!" Der Überlieferung nach soll die aus einer Adelsfamilie stammende Agnes (um 237-250) in Rom gelebt haben. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Schönheit habe der Sohn des Stadtpräfekten sie heiraten wollen, doch Agnes soll ihn abgelehnt haben. Nach beharrlichem Nachfragen habe sie ihm schließlich eröffnet, ihr Verlobter sei Christus. Daraufhin sei Agnes vor Gericht gestellt und zum Tod verurteilt worden. Das römische Recht habe die Hinrichtung von Jungfrauen jedoch verboten, weshalb sie zunächst entkleidet und vergewaltigt werden sollte. Als der zurückgewiesene Sohn des Präfekten eben dies versucht haben soll, sei dieser tot umgefallen. Agnes habe ihn durch ihr Gebet wieder ins Leben gerufen und sei darum der Hexerei bezichtigt worden. Nachdem ihr die Flammen des Scheiterhaufens nicht geschadet hätten, habe ihr ein Soldat ein Schwert durch die Kehle gestoßen – wie bei der Schlachtung eines Lammes. Darum und wegen der Nähe ihres Namens "Agnes" zum lateinischen Wort für "Agnus" (Lamm) wird sie oft zusammen mit diesem Tier dargestellt.

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Gebet des Tages

Ewiger Gott,

du berufst, was schwach ist in dieser Welt,
um das, was stark ist, zu beschämen.

Höre auf die Fürsprache der heiligen Agnes.
Komm uns zu Hilfe,
damit auch wir unbeirrt den Glauben bekennen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

1 Kor 1,26–31

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Seht auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen.

Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.

Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift.

Mt 13,44–46

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.