Poppo von Stablo

"Nicht schon wieder so Klosterreformer!" – das dachte wohl so manch ein genervter Mönch im Mittelalter. Die Benediktinerabtei im burgundischen Cluny (siehe Bild) war Ausgangspunkt bedeutender Klosterreformen und zählte im Mittelalter zu den einflussreichsten religiösen Zentren Europas. Der mächtige Arm vieler Äbte, die dieser sogenannten Cluniazensischen Reform nahestanden, reichte oft weit über ihr Heimatkloster hinaus. Mit Poppo von Stablo (978-1048) steht ein weiterer Vertreter der Klosterreform im Kalender. Der aus flämischem Adel stammende Poppo war seit 1005 Prior der Abtei Saint-Vaast und als Asket und begabter Organisator bekannt. Kaiser Heinrich II. machte Poppo daraufhin zu seinem persönlichen Berater und ernannte ihn zum Abt der Klöster Stablo und Melmedy, wo er eine eigene Regel verfasste. Mit der Unterstützung des nachfolgenden Kaisers Konrad II. entwickelte Poppo eine reichsweite Reformtätigkeit und leitete 17 bedeutende Klöster. Dort setzte er seine Reformideen auch gegen den häufigen Widerstand der Mönche energisch um. Poppo starb 1048 auf einer Visitationsreise.

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Gebet des Tages

Heiliger Gott.

Du bist unsagbar größer,
als wir Menschen begreifen,
du wohnst im unzugänglichen Licht,
und doch bist du uns nahe.

Gib, dass wir heute mit Ehrfurcht vor dir stehen
und froh werden in deiner Nähe.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

2 Sam 12,1–7a.10–17

In jenen Tagen schickte der Herr den Natan zu David; dieser ging zu David und sagte zu ihm: In einer Stadt lebten einst zwei Männer; der eine war reich, der andere arm. Der Reiche besaß sehr viele Schafe und Rinder, der Arme aber besaß nichts außer einem einzigen kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er zog es auf, und es wurde bei ihm zusammen mit seinen Kindern groß. Es aß von seinem Stück Brot, und es trank aus seinem Becher, in seinem Schoß lag es und war für ihn wie eine Tochter.

Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann, und er brachte es nicht über sich, eines von seinen Schafen oder Rindern zu nehmen, um es für den zuzubereiten, der zu ihm gekommen war. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war.

Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte zu Natan: So wahr der Herr lebt: Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod. Das Lamm soll er vierfach ersetzen, weil er das getan und kein Mitleid gehabt hat.

Da sagte Natan zu David: Du selbst bist der Mann. Darum soll jetzt das Schwert auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen; denn du hast mich verachtet und dir die Frau des Hetiters genommen, damit sie deine Frau werde.

So spricht der Herr: Ich werde dafür sorgen, dass sich aus deinem eigenen Haus das Unheil gegen dich erhebt, und ich werde dir vor deinen Augen deine Frauen wegnehmen und sie einem andern geben; er wird am hellen Tag bei deinen Frauen liegen. Ja, du hast es heimlich getan, ich aber werde es vor ganz Israel und am hellen Tag tun.

Darauf sagte David zu Natan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Natan antwortete David: Der Herr hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben. Weil du aber die Feinde des Herrn durch diese Sache zum Lästern veranlasst hast, muss der Sohn, der dir geboren wird, sterben.

Dann ging Natan nach Hause. Der Herr aber ließ das Kind, das die Frau des Urija dem David geboren hatte, schwer krank werden. David suchte Gott wegen des Knaben auf und fastete streng; und wenn er heimkam, legte er sich bei Nacht auf die bloße Erde. Die Ältesten seines Hauses kamen zu ihm, um ihn dazu zu bewegen, von der Erde aufzustehen. Er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen.

Mk 4,35–41

 Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.

Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?

Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?

Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?