Alfons Maria di Liguori

Der erfolgsverwöhnte junge Alfons Maria di Liguori (1696-1787) war ein schlechter Verlierer: Als erstgeborener Adelssohn durchlief er eine strenge Schuldbildung, promovierte mit erst 16 Jahren zum Doktor des Rechts und führte nur drei Jahre später seinen ersten Prozess als Rechtsanwalt. Alles sah nach einer rasanten Juristenkarriere aus, bis Alfons 1723 ausgerechnet einen Adelsprozess spektakulär verlor. Er fühlte sich tief gedemütigt und konnte drei Tage lang weder essen noch schlafen. Anschließend nahm er gegen den Willen seines Vaters ein Theologiestudium auf, wurde Priester und verzichtete auf sein Erbe. Alfons rührte die geistliche Not der Menschen. Um die kirchlich besonders vernachlässigte Landbevölkerung besser zu versorgen, gründete er gemeinsam mit Maria Celeste Crostarosa die "Kongregation vom Allerheiligsten Erlöser" (Redemptoristen). 1762 wurde Alfons zum Bischof von Sant'Agata dei Goti (ital. Region Kampanien) berufen, wo ihn die Bevölkerung bald "Vater der Armen" nannte. Alfons starb nach schwerer Krankheit am 1. August 1787. Papst Gregor XVI. sprach ihn 1839 heilig.