Ermelinda (Melinda, Irmlinde, Hermelindis, Linda)

Ermelinda (Hermelindis) von Brabant (Melinda, Irmlinde) war die Tochter sehr reicher und einflussreicher Eltern, die für sie eine "gute Partie" mit einem Mann, den sie ablehnte, ausgemacht hatten. Ihr Aufbegehren gegen die Heiratspläne stieß bei den Eltern auf völliges Unverständnis. Da ihr Widerstand also nichts nützte, floh das Mädchen aus dem Elternhaus in eine einsame Gegend beim heutigen Meldaert (Belgien) und lebte dort als vom Volk bald verehrte Einsiedlerin bis an ihr Lebensende um das Jahr 590. Am Grab der Jungfrau soll eine Quelle entsprungen sein, deren Wasser Heilkraft besaß. Aus diesem Grund kamen viele Pilger nach Meldaert. Der fränkische Hausmeier Pippin der Ältere ließ schließlich am Grab Ermelindas ein Nonnenkloster errichten. Historisches: Heiraten wurden - damals wie später - im allgemeinen von den Eltern arrangiert, auch der Bräutigam hatte wenig mitzureden. Wichtig waren vor allem die Vereinbarungen der Eltern über die finanziellen Belange - Für die Frauen war es von enormer Bedeutung, eine "gute Partie" zu machen, damit sie versorgt waren, zumal es Möglichkeiten für eine eigene "Karriere" nicht gab und ihre soziale und finanzielle Zukunft vollkommen mit der des Ehegatten verbunden war.)