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"Einfach mal Pfarrer werden"

Bei der BDKJ-Hauptversammlung verabschiedet sich Bundespräses Pfarrer Simon Rapp nach sechs Jahren aus seinem Amt.

Seit Mai 2009 bekleidete Pfarrer Simon Rapp das Amt des Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Bei der Hauptversammlung vom 16. bis 19. April 2015 gibt er dieses Amt ab. Ein Grund für katholisch.de-Redakteurin Sarah Schortemeyer sich mit Simon Rapp über die vergangenen sechs Jahre zu unterhalten und eine Bilanz zu ziehen.

Die bundesweite 72-Stunden-Aktion zählt für Rapp ebenso zu den Höhepunkten seiner Amtszeit wie die Weltjugendtage in Madrid und Rio de Janeiro oder die große Ministrantenwallfahrt nach Rom im Sommer 2014. Doch auch die jährlichen Treffen mit der Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten im Rahmen der "Aktion Dreikönigssingen" der Sternsinger werden ihm in bleibender Erinnerung bleiben, denn dort hat er eine große Wertschätzung für das Engagement von jungen Menschen erfahren.

Neben der politischen Ebene bestand ein Großteil seiner Arbeit auch darin, eine Schnittstelle zwischen der kirchlichen Jugendverbandsarbeit und der Kirchenleitung zu sein. Eine Aufgabe die nicht immer ganz einfach war. In der Facebook-Sprache würde er die Art der Beziehung zwischen Jugend und Kirchenleitung als eine Art „Lebensgemeinschaft“ bezeichnen: „Man kann nicht ohne einander, aber man reibt sich regelmäßig und diese Reibung tut beiden Seiten sehr gut“, so Rapp im katholisch.de-Interview.

Als Teil des dreiköpfigen BDKJ-Bundesvorstandes scheute sich Rapp auch nicht vor klaren Worten, so veröffentlichte der Vorstand am 12. März 2015 eine Stellungnahme zur Vorbereitung der Weltbischofssynode, in welcher die Kirchenleitung dazu aufgefordert wird, „theologische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht länger zu ignorieren und nicht weiterhin an Verboten festzuhalten, die aus einem verengten Verständnis von Liebesbeziehungen kommen.“  Eine klare Forderung nach Ergebnissen bei der Familiensynode im Herbst also. Ob diese Entscheidungen so wirklich getroffen werden, wird Simon Rapp am Ammersee verfolgen, seiner neuen Heimat ab September. Dort wird er die Leitung der Pfarreiengemeinschaft Herrsching übernehmen und „nach all den Jahren in der Jugendverbandsarbeit, die mir unglaublich Spaß gemacht haben, einfach mal Pfarrer werden.“

Neben Simon Rapps Verabschiedung stehen weitere Themen auf der Tagesordnung der BDKJ-Hauptversammlung auf Burg Rothenfels. Die  Delegierten aus ganz Deutschland werden sich unter anderem mit der Willkommenskultur in Menschen beschäftigen und eine  „Theologie der Verbände“ veröffentlichen.

Als höchstes demokratisches Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei vertreten rund 100 Delegierte die 660.000 Mitglieder in den 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen und 26 Diözesanverbänden.