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Orgelklang für Liturgie und Genuss

Philipp Klais und sein Team bauen weltweit Orgeln – sowohl für Kirchen als auch für bedeutende Konzertsäle. Auch aktuell herrscht in der Bonner Werkstatt wieder Hochbetrieb.

Zwischen Aldi und Rewe steht im Zentrum Bonns ein großes Gebäude aus gelbem Backstein, recht unscheinbar und doch weltweit bekannt: die Werkstatt der Orgelbauer Klais. Von außen lässt sich kaum erahnen, welche bedeutenden Musikinstrumente in den Räumen dieser Werkstatt schon entstanden sind. Seit 133 Jahren werden hier Orgeln gebaut – und ein Ende ist nicht Sicht, denn das Unternehmen hat volle Auftragsbücher für die kommenden Jahre. Ein Großteil der Projekte sind bedeutende Konzertsäle auf der ganzen Welt. Geschäftsführer Philipp Klais, der das Familienunternehmen in der 4.Generation leitet, und sein Team bauten zuletzt Orgeln in der neuseeländischen Town Hall in Auckland, im chinesischen Nationaltheater in Beijing, oder in der Overture Hall von Madison, USA.

Das aktuelle Großprojekt ist die Elbphilharmonie in Hamburg. Die Arbeiten an der Orgel für den Großen Saal laufen auf Hochtouren, ein Blick in die Werkstatträume zeigt, zahlreiche Pfeifen und Windläden sind schon fertig gestellt. Philipp Klais ist, trotz aller Verzögerungen und Negativ-Schlagzeilen, ein großer Fan von diesem Projekt: "Ich glaube das hier ein unheimlich wichtiger öffentlicher Raum für Hamburg geschaffen wird. (…) Und wir es damit schaffen Menschen an Kunst und Kultur, an klassische Musik heranzuführen." Für 2016 plant Klais fest mit dem Einbau der Orgel, sodass dies Musiker zur Eröffnung der Elbphilharmonie im Januar 2017 in die Tasten hauen können.

Verdankt der Orgelbauer den weltlichen Konzertsälen zwar große Aufträge, so steht für Philipp Klais eines aber fest: "Für uns Orgelbauer ist der wichtigste Standort der Orgel in Kirchen, hier ist sie eingebunden als Dienerin der Liturgie". Und auch wenn man meinen könnte alle Kirchen seien mit Orgeln versorgt, so wird – weltweit – doch immer wieder eine neue Orgel benötigt. Und auch die "Alten Damen" wollen natürlich gehegt und gepflegt werden. An Arbeit wird es also auch in den nächsten 133 Jahren vermutlich nicht mangeln.