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Das Wort zum Sonntag vom 06.01.2019

Die Botschaft der Sternsinger - gesprochen von Lissy Eichert (kath.)

Vielleicht sind sie Ihnen ja heute begegnet: Mädchen und Jungen als Königinnen und Könige verkleidet. Und ein Kind mit einem großen, golden funkelnden Stern vorneweg. Genau: Die Sternsinger sind unterwegs. Als die "Heiligen Drei Könige" bringen sie den Segen Gottes in die Häuser und Einkaufszentren, zum Bäcker und ins Seniorenheim. Die Kinder wollen allen, zu denen sie gehen, Glück und Segen wünschen. Ihnen eine kleine "Sternstunde" bescheren.

Mit Kreide schreiben sie einen Segenswunsch an die Tür: Jesus Christus möge alle segnen, die hier wohnen oder arbeiten. Bei mir in Berlin-Neukölln sind die Sternsinger auch im Rathaus willkommen, mitsamt ihrer klappernden Sammelbüchse. Die Spenden, um die sie in diesem Jahr bitten, kommen Kindern mit Behinderungen zugute. Überall auf der Welt sollen sie geschützt, gestärkt und  gefördert werden. Die Sternsinger: kleine Weltverbesserer. Gelebter Glaube ist das. Und sie haben auch noch einen Riesenspaß dabei.

Sterne hatten früher immer auch religiöse Bedeutung

Der Stern zeigt ihnen den Weg. Das gilt nicht nur für die Sternsinger, sondern auch für ihre großen Vorbilder: die Sterndeuter aus dem Orient, von denen in der Bibel erzählt wird. Schon zurzeit Jesu beobachteten Forscher die Gestirne, konnten Sonnen- und Mondfinsternisse verblüffend genau vorausberechnen.

Damals hatten die Sterne immer auch eine religiöse Bedeutung. In der Stellung der Gestirne sah man Hinweise auf bevorstehende große Ereignisse. Man beobachtete den Himmel, und man las in den heiligen Schriften. Angetrieben von einer Sehnsucht, hinter die Dinge zu schauen. Die Sterndeuter ahnten: Da liegt etwas Neues in der Luft. Ein König der anderen Art soll geboren werden. Einer, der Frieden und Erlösung bringt.

Und dann machten sie etwas Verrücktes: Sie brachen auf, gingen auf eine lange Reise, um zu schauen: Ist diese Himmelserscheinung eine Täuschung, ein Irrlicht oder echt - und damit wirklich das Zeichen für den Anbruch einer neuen Zeit. Sie wollten es wissen.

Laut Bibel gibt´s ein Happy End: In Betlehem werden sie fündig. Im Jesuskind erkennen sie diesen König, der die Welt verändern wird. Eine echte "Sternstunde".

Auch wir sind heute auf der Suche wie die Sterndeuter

Und heute? Ja, es gibt sie, die "Sternstunden" auf dem Lebensweg. Dafür müssen Sie nicht nach Betlehem fahren, sondern vielleicht eine Reise nach innen antreten. Das kann auch schwer sein, denn: Immer mit dabei sind all die Umwege, Irrwege, die Abgründe, die finsteren Zeiten. Wo bleibt dann die Erleuchtung?

Mir hilft da das Bild vom Morgenstern. Er leuchtet vor dem Sonnenaufgang. Kündigt das Ende der Nacht an. So ein Licht, hell wie der Morgenstern, soll in meinem Herzen aufgehen, heißt es in der Bibel. Ich finde, das ist ein großartiges Versprechen – für neuen Lebensmut, für ein Licht am Ende des Tunnels. Deshalb beeindrucken mich auch diese Sterndeuter: Wie sie ihrer Sehnsucht treu bleiben. Offen sind für neue Einsichten. Wie sie unerschrocken auf der Spur bleiben. Bis sie gefunden haben.

Denn auch ich bin auf der Suche. Suche nach der Lichtspur im Lebenschaos. Weil ich Orientierung brauche. Und Momente, in denen mir ein Licht aufgeht oder ein Problem sich löst, das unlösbar schien. Wenn ich neue Lebensenergie spüre. Meine Erfahrung ist: Solche "Sternstunden" geschehen, wenn ich aufbreche. Mich immer weiter auf die Suche mache. Und überraschen lasse.  

Die Sternsinger, die in diesen Tagen umherziehen, machen es richtig. Sie gehen los, tun anderen Gutes – und werden selbst beschenkt.  Ich wünsche Ihnen viele solcher "Sternstunden" im neuen Jahr. Machen wir uns auf!