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Was erwartet mich im Fegefeuer? Glaube.Leben.

Zwischen Himmel und Hölle gibt es mehr: Christen kennen das Gericht und das Fegefeuer. Aber wie genau muss man sich das eigentlich vorstellen? Die Guten werden belohnt und die Schlechten bestraft? Ganz so einfach ist es mit der Gerechtigkeitsvorstellung Jesu nicht.

Wortlaut zum Video

Zwischen Himmel und Hölle gibt es mehr: Es gibt für uns Christen das Gericht und das Fegefeuer. Aber was genau habe ich mir darunter eigentlich vorzustellen? Es geht um Gerechtigkeit. Wir Menschen haben allerdings ein ziemlich spezielles Verständnis von Gerechtigkeit. Und bei den meisten bedeutet Gerechtigkeit meist Vergeltung. Wir wollen, dass sich das Gute lohnt, dass die Guten belohnt, die Bösen bestraft werden. Das Aschenputtel-Prinzip: die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Jesu Gerechtigkeitsvorstellung war allerdings anders. Deswegen ist Jesus in seiner Zeit doch immer ziemlich auffällig gewesen.

Er war der, der ständig zweite Chancen vergeben hat. Der den schlechten und gefallenen Menschen immer wieder neue Möglichkeiten fürs Leben geöffnet hat. Und das ist Gottes Anspruch. Egal wie sehr ich mich verstrickt habe, den Menschen soll immer wieder neue Möglichkeiten zum Leben gegeben werden. Das Problem ist nur, dass wir uns unseren Problemzonen so ungern stellen. Wir schauen der Wahrheit unseres Lebens selten ins Gesicht. Wir reden uns Dinge schön, wir orientieren uns am Mittelmaß, nämlich gerne nach unten hin, weil es die anderen ja auch zu tun. Und im Fegefeuer und Gericht geht es darum, sich der Wahrheit seines Lebens zu stellen.

Sowie das Leben gewesen ist, nicht wie es hätte sein sollen. Und es geht darum mit Gott hinzuschauen und dem einzigen Maßstab an das Leben anzulegende interessiert - nämlich die Liebe, wo ich die Liebe gelebt und wo ich sie unterlassen habe. Das einzusehen, das zu erkennen, das wird brennen und das wird auch wehtun. Erkennen zu müssen, wo ich Chancen in meinem Leben nicht genutzt habe, wo ich hinter meinen Möglichkeiten, meinem Potenzial zurückgeblieben bin und wo ich Menschen unendlich wehgetan habe. Das Fegefeuer ist also nichts anderes als der Zeitpunkt, wo ich mich der Wahrheit meines Lebens stellen muss und das mit Gott zusammen.

Es ist nicht, wofür ich mich fürchten muss. Aber es ist auch nichts, was einfach nur angenehm werden wird, wenn ich all die Dinge zu lassen muss, die ich sonst gerne verdränge. Am Ende des Fegefeuers oder des Gerichtes wird es zwei Optionen geben; die einen zu denen Gott sagt "dein Wille geschehe" und sich damit gegen Gott und für die Hölle entschieden haben. Oder eben die, die zu Gott sagen "dein Wille geschehe" und sich damit für Gott für seinen Maßstab und damit eben für den Himmel entschieden haben.

Im Video-Format "Glaube.Leben." beantwortet Christian Olding Fragen, die sich jeder irgendwann mal stellt. In dieser Folge stellt Pastor Olding sich der Frage der Selbstbestimmung. Die  katholisch.de-Serie will Orientierung für das eigene Leben mit dem Glauben geben. Aus seiner persönlichen und beruflichen Erfahrung heraus, nimmt Christian Olding den Zuschauer an die Hand. Dabei bedient er sich in gewohnter Manier klarer Worte und Bilder. Jeden zweiten Dienstag erscheint eine neue Folge auf katholisch.de und in unserem Youtube-Kanal.