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Kohlgraf für Ökologie aus Liebe statt Angst

Wie kann eine Pastoral für die Gegenwart gelingen? Dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist wichtig, die Ansprache zu überdenken. Denn die Themen der Moderne beschäftigten das Christentum schon lange.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat sich dafür ausgesprochen, dass die Kirche Entwicklungen wie Säkularisierung und Individualisierung ernst nimmt und auf sie reagiert. Beides seien Themen, die das Christentum schon lange beschäftigten, sagte er im Interview mit katholisch.de. Die Frohe Botschaft sei ein gutes Angebot für Fragen der modernen Welt. Die Verkündigung müsse jedoch daraufhin überprüft werden, ob sie die Bedürfnissen der Gläubigen auch ernst nehme.

Er nannte die Ökologie als Themenfeld, in der die Kirche der Gesellschaft heute noch etwas zu sagen habe. So habe etwa die Aktivistin Greta Thunberg ähnliche Anliegen wie Papst Franzikus. Er wandte sich jedoch gegen die in seinen Augen "apokalyptische" Sprache Thunbergs. Aus der Sicht des Christentums solle man nicht aus Angst, sondern aus Liebe etwas ändern.

Des Weiteren mahnte Kohlgraf an, dass Christen auskunftsfähiger über ihren Glauben werden sollten. Dazu könne auch der "synodale Weg" beitragen. "Es geht nicht um Strukturen, es geht um Haltungen", so Kohlgraf. Deshalb seien die Themen des Prozesses auch Themen einer guten Evangelisierung. Man müsse an einer Form von Kirche arbeiten, in der "das Evangelium auch strahlen kann".