Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) wird am Montag von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen. Der Termin für den evangelischen Regierungschef kam auf Initiative von Hamburgs Erzbischof Stefan Heße zustande. Themen werden voraussichtlich die 2011 seliggesprochenen Lübecker Märtyrer sowie die Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus sein, wie das Erzbistum Hamburg am Dienstag in Kiel mitteilte. Albig hatte im Sommer mit Heße und Vertretern der Nordkirche ein Kolloquium zu diesem Thema veranstaltet.
Albig reist mit Heße nach Rom
Die Papstaudienz findet im Rahmen einer Reise Albigs mit Erzbischof Heße statt. Auf dem Programm des zweitägigen Aufenthalts stehen gemeinsame Gesprächen mit der deutschen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, und dem Generalsekretär der Gemeinschaft von Sant'Egidio, Cesare Zucconi, sowie ein Gottesdienst im Petersdom. Der Erzbischof wird zudem Gespräche führen in der Kongregation für das Katholische Bildungswesen sowie mit Kardinal Kurt Koch, dem Verantwortlichen des Heiligen Stuhls für die Ökumene. Dabei geht es unter anderem um das Reformationsgedenken im kommenden Jahr.
Die als Lübecker Märtyrer bekannten Kapläne Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange und der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink wurden am 10. November 1943 in Hamburg hingerichtet, weil sie sich gemeinsam gegen die Ideologie der Nazis gewandt hatten. Am 25. Juni 2011 wurden die Kapläne in Lübeck seliggesprochen. Auch der aus Argentinien stammende Papst kennt den Lebensweg der Lübecker Märtyrer. Bei einem Studienaufenthalt in den 1980er Jahren in Deutschland lernte der damalige Jesuitenpater einen Weggefährten der vier kennen und thematisierte auch als Papst ihr Schicksal. Heße will nach eigenem Bekunden deren Heiligsprechung betreiben. (KNA)