Geistlicher stahl Gemälde und liturgische Geräte aus eigener Kirche

Wert von 100.000 Euro: Pfarrer muss sich wegen Kunstraub verantworten

Aktualisiert am 20.09.2019  –  Lesedauer: 
Bild: © KNA

Valletta ‐ "Du sollst nicht stehlen", lautet das siebte Gebot. Ein Pfarrer in Malta hat das nicht allzu ernst genommen: Er stahl aus seiner eigenen Kirchengemeinde Gemälde und liturgische Geräte. Die Polizei geht davon aus, dass er dabei nicht alleine war.

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In Malta muss sich ein Priester ab kommender Woche wegen Kunstraubs vor Gericht verantworten. Pfarrer Deo Debono habe zugegeben, am Diebstahl von Kunstwerken im Wert von 100.000 Euro aus seiner eigenen Kirche in der Hauptstadt Valletta beteiligt gewesen zu sein, berichtete die "Times of Malta" (Mittwoch) unter Berufung auf Polizeikreise. Demnach seien über einen Zeitraum von mehreren Monaten unter anderem Gemälde, Stiche sowie liturgische Geräte gestohlen worden. Die Ermittler gehen von der Beteiligung mehrerer Personen aus.

Debono war Anfang der Woche von der Polizei verhaftet worden. Er geriet ins Visier der Ermittlungen, nachdem in einem Antiquitätenladen in Valletta ein Rauchfass und ein Weihrauchschiffchen aufgetaucht waren. Nach der Befragung kam der Priester auf Kaution frei. Das Erzbistum Malta suspendierte ihn bis zum Abschluss der Ermittlungen. Gegenüber den "Times of Malta" erklärte Debono, er habe von seinen Vorgesetzten, der Polizei sowie seinen Anwälten die Anweisung erhalten, "ruhig zu bleiben, zu warten und zu beten".

Der Fall kam ins Rollen, nachdem ein Archivar bemerkt hatte, dass die in der Kirche hängenden Gemälde falsch waren und nicht mit dem üblichen Bestand übereinstimmten. Der oder die Täter hatten die Originale durch ähnliche Kopien ersetzt. Die Polizei konnte den Aufenthaltsort der entsprechenden Werke jedoch bereits ermitteln. (mal)