Olivia Jones möchte den Papst treffen
Beim Wort zum Sonntag "auf den Geschmack gekommen"

Olivia Jones möchte den Papst treffen

Als "Olivia Jones" huscht Oliver Knöbel durch die Fernsehlandschaft. Nach verschiedenen Erfolgen steht jetzt ein neues Ziel an: eine Audienz beim Papst. Was die Drag Queen dem Papst sagen würde, erzählte sie katholisch.de.

Hamburg - 22.11.2019

Drag Queen Olivia Jones möchte nächstes Jahr den Papst treffen. Auf die Idee sei sie gekommen, nachdem sie das "Wort zum Sonntag" in der ARD gehalten habe, sagte Jones ursprünglich der Bild-Zeitung anlässlich ihres 50. Geburtstages am Donnerstag: "Beim 'Wort zum Sonntag' bin ich auf den Geschmack gekommen und habe gedacht: Warum nicht mal Papst? Den Wunsch möchte ich mir im nächsten Jahr erfüllen."

Auf Anfrage von katholisch.de sagte die Drag Queen, sie wisse bereits genau, worüber sie mit Papst Franziskus sprechen würde: "Die Liste ist wirklich lang. Ich würde ihn vor allem fragen, warum Homosexualität und die Ehe für Alle im 21. Jahrhundert für die katholische Kirche immer noch so ein Problem ist und Frauen nach wie vor keine größere Rolle spielen."

Papst Franziskus interessiert als Mensch

Doch auch als "Mensch mit einem wirklich einzigartigen Job" interessiere Papst Franziskus sie, auch wenn sie nicht mit ihm tauschen wollen würde. "Dabei haben wir wahrscheinlich mehr gemeinsam, als man denkt." Beide hätten wenig Berührungsängste und es sei beiden "nicht egal, was aus der Menschheit wird", sagt Jones.

Die Kirche ist ihr nicht unbekannt. Neben ihrer "Olivia Jones Bar" in Hamburg befindet sich eine katholische Kirche: "Das war lange das, was Nachbarschaft oft ist: ein Nebeneinander." Mittlerweile sei daraus ein Miteinander geworden, das sie stolz mache. Sie erinnert sich daran, wie der Pfarrer grinsend vor dem Tresen stand. Er fragte, ob sie nicht die Frequenzen der Funkmikros besser abstimmen könnten. Ansagen aus ihrer Bar hätten nicht in seinen Gottesdienst gepasst. Dabei sei das Eis gebrochen, sodass sie seitdem gemeinsam kostenlose Führungen zum Tag des offenen Denkmals anbieten. Das habe ihr gezeigt, "wie wichtig es ist, sich als Menschen füreinander zu interessieren und nach Gemeinsamkeiten zu suchen, egal wie groß die Unterschiede auf den ersten Blick sind."

Vom Dschungelcamp zur Wahl des Bundespräsidenten

Sie selbst sei nicht Mitglied der katholischen Kirche, könne sich aber vorstellen, einzutreten, wenn sich vieles ändern würde: "Wäre aber wirklich ein Wunder, wenn ich das noch erleben würde. Aber wer weiß: "Wunder zählen ja in gewisser Weise zu den Kernkompetenzen." Trotzdem schätze sie den Glauben. Er mache stark, und "an irgendwas muss man ja glauben".

Bekannt wurde Jones mit ihren schrillen Auftritten im deutschen Fernsehen. Unter anderem nahm sie als Kandidatin beim "Dschungelcamp" teil, saß bei "Wetten, dass…?" auf dem Sofa und wählte 2017 als Teil der Bundesversammlung Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten. Zuvor, 2016, war sie als erste Drag Queen beim "Wort zum Sonntag" in der ARD zu sehen. In Hamburg bietet sie mit ihrer "Olivia-Jones-Familie" Führungen über die Reeperbahn an und führt diverse Clubs und Bars. Hinter der Figur der Drag Queen steckt der Künstler Oliver Knöbel, der sich darüber hinaus mit der Rolle auch für eine Vielfalt in der Gesellschaft engagiert. (mpl)