Benedikt XVI. gründet eine Medien-Stiftung
Angesiedelt an Würzburger Zeitung "Die Tagespost"

Benedikt XVI. gründet eine Medien-Stiftung

Nachwuchsjournalisten sollen ausgebildet werden, kirchliche Medien mehr Reichweite bekommen: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat eine Stiftung für katholische Publizistik ins Leben gerufen. Eng verbandelt ist sie mit einem Würzburger katholischen Medium.

Würzburg - 18.12.2019

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat eine Stiftung für katholische Publizistik ins Leben gerufen. Das teilte die katholische Wochenzeitung "Die Tagespost" am Mittwoch in Würzburg mit. Laut dem Chefredakteur und Geschäftsführer der Zeitung, Oliver Maksan, soll damit katholische Medienarbeit durch kurzfristige Projektfinanzierungen und strategische Investitionen gefördert werden. Der Name der neuen Stiftung lautet "Die Tagespost Stiftung für katholische Publizistik".

Ausbildung von Nachwuchsjournalisten

Vorgesehen ist laut Mitteilung, gezielt in die Ausbildung katholischer Nachwuchsjournalisten zu investieren, bioethisch relevante Rechercheprojekte zu finanzieren und katholischen Medien zu mehr Reichweite zu verhelfen. "Ich wünsche mir, dass die katholische Stimme gehört wird", wird der frühere Papst zitiert. Benedikt XVI. hatte in der Vergangenheit wiederholt seine Unterstützung für die im konservativen Spektrum der katholischen Kirche verortete Zeitung zum Ausdruck gebracht.

Die in Würzburg erscheinende "Tagespost" ist die einzige überregionale katholische Tageszeitung Deutschlands.
Bild: © katholisch.de

Die in Würzburg erscheinende Wochenzeitung "Die Tagespost".

Zum Grundkapital der Treuhandstiftung, die seit 10. Oktober mit Bescheid des Finanzamtes Bonn als gemeinnützig anerkannt sei, gab es auf Nachfrage am Mittwoch zunächst keine Auskunft. Die Stiftung wird in der Öffentlichkeit von Norbert Neuhaus und Bernhard Müller repräsentiert, heißt es. Neuhaus ist bereits Vorstand der Johann-Wilhelm-Naumann-Stiftung, deren Eigentum die Tagespost ist, Müller ist Geschäftsführer des Fe-Medienverlags in Kisslegg, in dem unter anderem das "Pur magazin" erscheint.

Neuhaus wird im Internet mit den Worten zitiert, Benedikt lade ausdrücklich alle Bürger dazu ein, seine Stiftung durch Spenden, Vermächtnisse und Zustiftungen zu stärken. Für das kommende Jahr wolle die Stiftung rund 450.000 Euro für Medien- und Bildungsprojekte einsammeln und bereitstellen. Mit diesen Mitteln sollen Volontäre ausgebildet, Digitalprojekte realisiert, Hintergrundberichte und Recherchen zum Lebenssschutz und Bioethik ermöglicht werden.

Die Johann-Wilhelm-Naumann-Stiftung bleibt Neuhaus zufolge erhalten. Sie habe den Umbau der Tagespost flankiert, indem sie vor allem die Online-Redaktion übernommen habe, damit beim Wechsel von der gedruckten Tages- zur Wochenzeitung weiter katholische aktuelle Nachrichten kostenlos zur Verfügung stünden.

Verkaufte Auflage von über 10.800 Exemplaren

Demgegenüber sei die neue Stiftung in ihrem Zweck wesentlich breiter aufgestellt, sagte der Vorstand. Sie fördere Religion über Kunst und Kultur und Katholizität. Auch Themen wie Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie der Schutz von Ehe und Famile spiegelten sich im Stiftungszweck wider. "Die Tagespost" hat derzeit als Wochenzeitung nach eigenen Angaben eine verkaufte Auflage von über 10.800 Exemplaren. (KNA)