Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).
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Beispiele für "scharf agierende kirchliche Medien"

ZdK-Präsident Sternberg kritisiert "kath.net" und "Die Tagespost"

ZdK-Präsident Thomas Sternberg warnt vor rechtsnationalen Einflüssen auf Gemeinden und Kirchenvorstände: Dabei übt er auch Kritik an Dominikanerpater Wolfgang Ockenfels und "scharf agierenden kirchlichen Medien".

Hannover - 18.12.2019

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat das Internetportal "kath.net" und die Wochenzeitung "Die Tagespost" kritisiert. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Mittwoch) bezeichnete er beide als Beispiele für "einige scharf agierende kirchliche Medien".

Das Linzer Portal "kath.net" arbeitet nicht im Auftrag der Österreichischen Bischofskonferenz, sondern wird privat finanziert. In der Vergangenheit geriet es wegen seiner Form der Berichterstattung immer wieder in die Kritik. Die konservativ ausgerichtete Würzburger "Tagespost" galt ursprünglich als einzige überregionale katholische Tageszeitung Deutschlands. Seit 2018 erscheint das damals in eine "wirtschaftliche Schieflage" geratene Blatt nur noch als Wochenzeitung.

"Nationalismus und Katholizismus schließen sich aus"

Sternberg warnte in dem Gespräch insgesamt vor rechtsnationalen Einflüssen auf Gemeinden und Kirchenvorstände. "Es gibt in der katholischen Kirche rechte Stimmen. Und es gibt katholische Geistliche, die sich positiv über die AfD äußern. Wir als große demokratische Mehrheit können uns nicht scharf genug dagegen abgrenzen", so der ZdK-Präsident. "Nationalismus und Katholizismus schließen sich aus." Im Zuge dessen distanzierte sich Sternberg erneut vom Dominikanerpater Wolfgang Ockenfels. Der hatte 2016 den Abgrenzungskurs von Bischöfen und weiteren Kirchenvertretern von der AfD kritisiert. 2018 wurde Ockenfels zudem in das Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung berufen.

Zuvor hatte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, eine klare Haltung gegen Rechtsnationalismus gefordert. "Unsere Wertschätzung von Tradition und Heimat droht durch rechtsnationale Akteure missbraucht zu werden", schrieb Marx in einem Brief an den Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hartmut Ziebs. Der hatte am Wochenende seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt, nachdem ihm die Mehrheit des Präsidiums das Vertrauen entzogen hatte. Als einen der Gründe nannten Ziebs' Gegner dessen öffentliches Nein zu rechtsnationalen Tendenzen unter den rund 1,3 Millionen Verbandsmitgliedern. "Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz möchte ich Ihnen für Ihre offenen und deutlichen Worte von Herzen danken", schrieb dazu Marx. "Mancherorts stehen Feuerwehrverbände und Kirchengemeinden vor einer ähnlichen Herausforderung." (tmg/KNA)