Kirche ist derzeit geschlossen und wird desinfiziert

Pfarrer mit Corona infiziert – 550 Gottesdienstbesucher in Quarantäne

Aktualisiert am 10.03.2020  –  Lesedauer: 

Washington ‐ Am Wochenende war der Pfarrer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hat nun Auswirkungen auf sämtliche Menschen, die in einem bestimmten Zeitraum Kontakt zu ihm hatten – gerade seine Kirchgänger.

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Rund 550 Gottesdienstbesucher der Washingtoner "Christ Church" im Stadtteil Georgetown stehen unter Infektionsverdacht durch Covid-19. Beamte der Gesundheitsbehörde forderten die Betroffenen am Montag auf, sich zu Hause in Quarantäne zu begeben, wie Medien berichten.

Es ist die erste breit angelegte Quarantänebestimmung in der Region Washington. Auslöser der Maßnahme ist die Erkrankung des Pfarrers der anglikanischen Episkopalkirche, Timothy Cole, der am Samstag positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Er befinde sich im Krankenhaus und sei stabil, berichtet die Washington Post (Montag). Alle betroffenen Kirchgänger hatten zwischen 24. Februar und 3. März Kontakt zu Cole.

Gesundheitsnotstand für die Hauptstadt?

Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser prüfe derzeit, ob der Gesundheitsnotstand für die Hauptstadt ausgerufen werden soll. Die historische Kirche in Georgetown ist derzeit geschlossen und wird desinfiziert. Eine Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus bestand laut Behördenangaben auch für Menschen aus den Nachbarbundesstaaten Maryland und Virginia, die in Georgetown zur Kirche gingen. Insgesamt sind in den USA bis Montag 566 positiv getestete Corona-Fälle dokumentiert. 22 Menschen erlagen inzwischen dem Virus.

Die katholische US-Bischofskonferenz hatte in der vergangenen Woche umfangreiche Schutz-Empfehlungen ausgesprochen, um Gottesdienstbesucher vor der Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Die Hygiene-Maßnahmen greifen in religiöse Rituale ein und verändern den Ablauf der Messen. Zu vermeiden sei unter anderem der Friedensgruß per Hand, der entweder durch einen Ellbogenkontakt oder durch Zunicken ersetzt werden soll. Ebenso solle die Hostie bei der Kommunion nicht in den Mund, sondern in die Hand des Gläubigen gelegt werden. Auf unbestimmte Zeit soll auch auf die Kelchkommunion verzichtet werden, hieß es weiter. Vorgeschlagen wird zudem, die Weihwasserbecken vorübergehend zu leeren. Ähnliche Maßnahmen hatte die Deutsche Bischofskonferenz bereits vor knapp einer Woche veröffentlicht. In vielen US-Kirchen stehen inzwischen Desinfektionsflaschen für die Gottesdienstbesucher bereit. Für Kranke ergeht der Rat, besser zu Hause zu bleiben. Empfohlen wird auch, auf geplante Auslandsreisen vorerst zu verzichten. (tmg/KNA)