Jakobsweg: Gläubige sollen Apostelstatue nicht mehr umarmen
Pilgerort Santiago de Compostela ergreift Maßnahmen gegen Coronavirus

Jakobsweg: Gläubige sollen Apostelstatue nicht mehr umarmen

Jakobsweg-Pilger sollen fortan auf einen geliebten Brauch verzichten und die Jakobusstatue in der Kathedrale von Santiago de Compostela nicht mehr umarmen. Das ist nur eine der Maßnahmen, mit denen die Kirche dort vor dem Coronavirus schützen will.

Santiago de Compostela - 10.03.2020

In der Kathedrale von Santiago de Compostela sollen Gläubige die Statue des heiligen Jakobus nicht mehr umarmen. Es werde weiter möglich sein, zur Statue des Heiligen auf dem Hochaltar der Kirche emporzugehen. Allerdings solle dort nur ein "Zeichen der Ehrfurcht" bezeugt werden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, so die spanische Erzdiözese am Montag in einer Stellungnahme. Das Erzbistum bat die Gläubigen um deren Hilfe und Verständnis.

Auf dem Hochaltar der Kirche befindet sich eine Darstellung des sitzenden Heiligen. Es ist Tradition, dass Jakobspilger am Ende ihrer Wallfahrt über eine kleine Treppe zu der Statue hinaufgehen und ihn umarmen. Dabei sprechen viele ein kleines Dankgebet.

Weitere Maßnahmen ergriffen

Die Diözesen der Kirchenprovinz Santiago haben bereits einige Bitten bezüglich des Coronavirus veröffentlicht. So legen sie den Gläubigen nahe, auf Weihwasser sowie gegenseitige Berührungen im Gottesdienst zu verzichten. Auch auf Berührungen von Heiligenbildnissen soll verzichtet werden. Stattdessen sollen sich Gläubige vor ihnen verneigen. Priester und Kommunionhelfer sollen sich vor und nach der Eucharistie die Hände waschen und desinfizieren.

Die Bischöfe appellieren an die Besonnenheit und die Nächstenliebe der Kirchenbesucher. Die momentane Situation müsse "mit dem Glauben gelebt" werden, sie verlange ebenso, sich "nicht von der Angst beherrschen zu lassen, als ob wir keine Hoffnung hätten". Vielmehr sollten die Gläubigen "die Bestimmung des Lebens bezeugen, zu dem wir von Gott berufen sind". (cph)