Ein einsamer Pilger auf dem Jakobsweg.
Santiago de Compostela veröffentlicht Zahlen

Erneuter Pilger-Rekord auf dem Jakobsweg

Jedes Jahr pilgern mehr Menschen auf dem Jakobsweg. Auch 2019 wurde ein neuer Rekord erzielt – und das, obwohl es in diesem Jahr in Santiago de Compostela eine Ernüchterung für die Wanderer gab.

Santiago de Compostela - 13.12.2019

Der Jakobsweg hat einen neuen Rekord erzielt. Wie das Pilgerbüro in Santiago de Compostela am Donnerstag mitteilte, erhielten in diesem Jahr bisher 344.828 Wanderer in der nordspanischen Stadt mit dem Apostelgrab des heiligen Jakobus ihr Pilgerdiplom, mehr als je zuvor. Dafür mussten sie per Stempel im Pilgerausweis nachweisen, mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß beziehungsweise die finalen 200 Kilometer per Rad absolviert zu haben. Die letzten Rekorde datierten aus den Jahren 2018 (327.378) und 2017 (301.036). Zum Vergleich: Vor einem Jahrzehnt, 2009, lag die Zahl der Ankömmlinge noch deutlich unter der Hälfte (145.877) und 2005 im fünfstelligen Bereich (93.924).

Im jetzigen Rekordjahr brachte der Hochsommer die Apostelstadt einmal mehr an die Grenze ihrer Kapazitäten; im Schnitt trafen etwa 2.000 Pilger pro Tag in Santiago de Compostela ein. Überraschend war aus Sicht des Pilgerbüros der Monat November, der über 8.000 Ankömmlinge brachte. In der Vergangenheit lag die Zahl aus Witterungsgründen deutlich niedriger. Auch im Dezember treffen täglich einige Dutzend Wallfahrer ein. Auffällig in diesem Jahr war außerdem, dass von April bis Oktober durchgängig mehr Frauen als Männer das Pilgerdiplom erhielten.

Ungebrochener Klassiker des Jakobswegs bleibt die Hauptroute, der "Französische Weg" von den Pyrenäen her über Pamplona, Burgos und Leon. Der "Küstenweg" durch Nordspanien und der "Portugiesische Weg" befinden sich aber im Aufwind. Für Ernüchterung unter den Pilgern sorgten in diesem Jahr aber die Einrüstungen im Innern der Kathedrale von Santiago de Compostela; sogar die Pilgermesse musste ausgelagert werden. Hintergrund der Renovierung war bereits der Blick voraus auf 2021. Da dann der Jakobustag am 25. Juli auf einen Sonntag fällt, steht wieder ein "Heiliges Jahr" an, in dem besonders viele Pilger erwartet werden. (KNA)