Kirchliches Leben immer weiter eingeschränkt

Corona: Weitere Absagen von Gottesdiensten – Kirchen für Gebet geöffnet

Aktualisiert am 14.03.2020  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Immer mehr deutsche Diözesen sagen ihre öffentlichen Gottesdienste ab. Doch auch wenn das Glaubensleben eingeschränkt wird, betonen Kirchenvertreter die Notwendigkeit der Maßnahmen.

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Nachdem am Freitag die ersten Diözesen alle öffentlichen Gottesdienste abgesagt hatten, ziehen immer mehr Bistümer nach. Darunter sind das Bistum Dresden-Meißen, das Bistum Fulda, das Bistum Limburg, das Bistum Münster, das Erzbistum Köln, das Bistum Essen, das Erzbistum Paderborn und das Bistum Augsburg. Es werden aber zum Teil privat gefeierte Gottesdienste auf die Homepages der jeweiligen Bistümer übertragen. Infos dazu bieten die Internetseiten der Bistümer (siehe auch Textbox unten). Kirchen sollen aber nach Möglichkeit zum privaten Gebet geöffnet bleiben. Die Sonntagspflicht ist weitestgehend aufgehoben.

Auch Feiern wie Kommunion, Firmungen und Trauungen sollen nach Möglichkeit verschoben werden. Beerdigungen finden an vielen Orten weiter statt.

Bätzing: "Drastische Entscheidungen"

Der Limburger Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischifskonferenz, Georg Bätzing sagte, die drastischen Entscheidungen seien nicht leicht gefallen. Christen hätten jedoch Verantwortung für ihr eigenen Leben und das ihrer Mitmenschen. Für das Bistum Dresden-Meißen sagte Bischof Heinrich Timmerevers, der Schutz von Leib und Leben erfordere in der Corona-Krise Entscheidungen, die er nur sehr schweren Herzens und in großer Bedrängnis treffe.

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Das Bistum Erfurt teilte am Samstag mit, dass die Sonntagspflicht für die Gläubigen "bis zum Ende der behördlichen Maßnahmen" gegen Corona ausgesetzt sei. Dort, wo öffentliche Veranstaltungen vom Staat ganz verboten seien, müssten die Priester die Messen privat, also ohne Gläubige zelebrieren.

Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising, richtete sich am Freitagabend in einer Videobotschaft an die Gläubigen in seinem Bistum. Darin sagt er, dass alle öffentliche Gottesdienste abgesagt werden müssten, sei auch für ihn "eine schlimme Nachricht". Gleichwohl müsse jetzt besonders für Alte, Kranke und Schwache das Ansteckungsrisiko vermindert werden.

Bischof Kohlgraf in Quarantäne

Am Freitag hatte das Bistum Trier in einer Dienstanweisung alle öffentlichen Gottesdienste mindestens bis zum 31. März untersagt. Das Bistum Mainz sagte alle öffentlichen Gottesdienste bis 27. März ab. Auch im Bistum Speyer finden keine Gottesdienste mehr statt. Das gleiche gilt für das Erzbistum Hamburg, allerdings vorerst nur für Gottesdienste an diesem Wochenende in den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus befindet sich der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf "aus Gründen der Vorsorge" in einer von den Gesundheitsbehörden empfohlenen häuslichen Quarantäne.

Wie der Vatikan in Rom am Samstag mitteilte, werden angesichts der Corona-Krise Messen mit Papst Franziskus auch kommende Woche im Livestream übertragen. Das Gleiche gelte für das Mittagsgebet am Sonntag und die Generalaudienz am Mittwochvormittag, teilte das vatikanische Presseamt mit. (gho)

14.03.2020, 14:45 Uhr: ergänzt um Angaben aus Bistum Dresden-Meißen

14.03.2020, 16:30 Uhr: ergänzt um Angaben für Erzbistum Paderborn

14.03.2020, 17:00 Uhr: ergänzt um Angaben für Bistum Limburg

14.03.2020, 17:20 Uhr, 19:15 Uhr: ergänzt um Angaben für Erzbistum Köln

14.03.2020, 18:40 Uhr: ergänzt um Angaben für das Bistum Münster

14.03.2020, 19:00 Uhr: ergänzt um Angaben aus dem Vatikan

15.03.2020, 16:00 Uhr: ergänzt um Angaben aus dem Bistum Essen

16.03.2020, 09:45 Uhr: ergänzt um aktualisierte Angaben für das Erzbistum Paderborn

16.03.2020, 12:15 Uhr: ergänzt um Angaben für das Bistum Augsburg

Streams von Gottesdiensten

Einige Bistümer streamen Gottesdienste im Internet. Darunter sind auch diejenigen in der folgenden Liste. Um auf die Gottesdienstübertragungen zu kommen, bitte dem Link folgen: