Kapelle nach Brandanschlag auf Kathedrale von Managua
Kardinal Brenes schließt Unfall aus

Nicaragua: Brandanschlag auf Kruzifix in Kathedrale

In Nicaragua gibt es schon seit einiger Zeit immer wieder Anschläge auf Gotteshäuser. Nun hat es ein fast 400 Jahre altes Kreuz getroffen, das in der Volksfrömmigkeit eine große Rolle spielt: Es ist fast vollständig verbrannt.

Managua - 02.08.2020

Bei einem Brandanschlag in der Kathedrale von Nicaraguas Hauptstadt Managua ist am Freitag ein fast 400 Jahre altes Kruzifix schwer beschädigt worden. Wie das Portal "Vatican News" am Samstag unter Berufung auf die Erzdiözese Managua berichtete, hatte ein Mann in einem Kapuzenpulli einen Molotow-Cocktail in die Kapelle der Kathedrale geworfen, in der das "Sangre de Cristo" (Blut Christi) genannte Kreuz aus dem Jahr 1638 aufgestellt ist.

Managuas Erzbischof, Kardinal Leopoldo José Brenes, nannte den Anschlag einen "terroristischen Angriff". Einen Unfall schloss Brenes mit Bestimmtheit aus, da es in der Kapelle keine Kerzen oder andere brennbare Materialien gegeben habe. Diese Theorie war zuvor in zahlreichen Medien verbreitet worden. Die Attacke auf das in Nicaragua sehr bekannte Kruzifix steht in einer Reihe von Anschlägen auf Kirchengebäude, die seit Beginn der Proteste gegen Staatspräsident Daniel Ortega im Jahr 2018 zugenommen haben. Die katholische Kirche gehört zu den schärfsten Kritikern von Ortegas autokratischer Politik. Sie hatte jedoch auch die Gewalt der Aufständischen kritisiert.

Papst Franziskus verurteilte den Brandanschlag in der Kathedrale. "Ich denke an das Volk von Nicaragua", sagte er beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz am Sonntag. Die Darstellung des leidenden Christus, so der Papst, habe das Volk der Gläubigen durch die Jahrhunderte vielfach begleitet. "Liebe nicaraguanische Geschwister, ich bin euch nahe und bete für euch", sagte Franziskus abschließend. (rom/KNA)

02.08.2020, 17 Uhr: Ergänzt um Stellungnahme von Papst Franziskus. /rom