Weihnachtsszene solle noch mehr als sonst Hoffnung und Zuversicht zeigen

Vatikanische Weihnachtskrippe kommt aus Keramik-Zentrum

Aktualisiert am 31.10.2020  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Jedes Jahr setzt die Krippe auf dem Petersplatz thematisch und stilistisch unterschiedliche Schwerpunkte. Jetzt hat der Vatikan verraten, woher die Darstellung in diesem Jahr kommt. Fest steht: Es wird wieder traditioneller.

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Bei der Gestaltung der diesjährigen Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz greift der Vatikan wieder auf traditionelle Stilmittel zurück. Nach teils experimentellen Darstellungen in den vergangenen Jahren werden die Figuren diesmal aus einem Zentrum für Keramikkunst in der Abruzzen-Provinz Teramo geliefert. Das teilte das Vatikan-Governatorat am Freitag mit.

Es handelt sich demnach um monumentale Skulpturen aus der Kunsthochschule F.A. Grue in Castelli, die sich in den Jahren 1965 bis 1975 besonders dem Weihnachtsthema widmete. Auf dem Petersplatz wird allerdings nur ein Teil des insgesamt 54 Figuren umfassenden Ensembles ausgestellt.

In diesem Jahr solle die Weihnachtsszene "noch mehr als sonst ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht für die ganze Welt sein", heißt es in der Vatikan-Mitteilung. Man wolle in Zeiten des Gesundheitsnotstands die Gewissheit zum Ausdruck bringen, dass "Jesus unter sein Volk kommt, um es zu retten und zu trösten".

Weihnachtsbaum stammt aus Slowenien

Der vatikanische Weihnachtsbaum für das bevorstehende Fest, eine "majestätische Fichte", stammt den Angaben zufolge aus der südslowenischen Gemeinde Kocevje. Er ist 28 Meter hoch, der Stammdurchmesser beträgt 70 Zentimeter. Die Fichte stamme aus einer Region, in der die Natur noch intakt sei, versicherte der Vatikan. 90 Prozent des slowenischen Territoriums seien von Wäldern bedeckt.

Die Einweihung der Krippenszene und die Illumination des Weihnachtsbaums sind für den 11. Dezember um 16.30 Uhr geplant. Die Zeremonie wird von Kardinal Giuseppe Bertello, dem Präsidenten des Governatorats des Vatikanstaates, geleitet. Baum und Krippe sollen bis zum 10. Januar 2021 zu sehen sein.

Im vergangenen Jahr bestand die Krippe mit rund 20 lebensgroßen farbigen Holzfiguren aus zwei Gebäuden im alpenländischen Stil des Trentino. Das Podest war mit Holzplanken verkleidet worden, die von Bäumen stammten, die bei verheerenden Unwettern im Herbst 2018 zerstört wurden. 2018 wurde die Krippe auf dem Petersplatz aus Sand modelliert, der eigens aus dem Adria-Ort Jesolo geliefert wurde. 2017 hatte sich die vatikanische Krippe dem Thema Barmherzigkeit gewidmet. Verschiedene Personengruppen rund um die Heilige Familien stellten szenisch jeweils eines der sieben Werke der Barmherzigkeit dar. Im Stil neapolitanischer Krippen des 18. Jahrhunderts waren Kopf, Hände und Füße der Figuren aus Ton, die Augen aus Glas und die bekleideten Teile mit Stoff ausgepolstert. (cbr/KNA)