Italiener will trotz Angriff in seine Diözese zurückkehren

Angeschossener gewählter Bischof: Ich bete für Bekehrung der Sünder

Aktualisiert am 07.05.2021  –  Lesedauer: 

Nairobi ‐ Er bringe seinen Schmerz dar, damit Gott "die Kirche von Rumbek von allen Irrtümern läutert", sagt der angeschossene gewählte Bischof Christian Carlassare. So wie er sich von seinem Bett erheben werde, solle auch seine Diözese wieder aufstehen.

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Nach einem Angriff mit mehreren Schussverletzungen betet der gewählte Bischof der südsudanesischen Diözese Rumbek, Christian Carlassare, für "die Bekehrung der Sünder." "Ich bringe den Schmerz, den ich durchmache, dar, damit der Herr, unser Gott, die Kirche von Rumbek von allen Irrtümern läutert und Dinge wie diese nicht mehr geschehen; kein Platz für Gewalt, Spaltung und egoistische Wünsche, die vom Teufel kommen", sagte der 43-Jährige in einer Videobotschaft dem afrikanischen Nachrichtenportal "ACI Africa".

Von seinem Krankenbett im kenianischen Nairobi aus sagte er weiter: "Lasst mich ein Zeichen für euch alle sein. So wie ich mich von diesem Bett erheben und wieder gehen werde, soll auch Rumbek wieder aufstehen und den Weg des Friedens und der Einheit gehen." Er erfülle seine Mission, die Kirche "eins, heilig, katholisch und apostolisch zu machen" von ganzem Herzen und "aus Liebe zu euch und aus Liebe zum Südsudan".  

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"Es sind nicht die Menschen im Südsudan, die auch mich geschossen haben", betonte Carlassare und beschrieb die Täter als eine "Gruppe von wenigen Menschen", denen "menschliche Werte" fehlten. Sie seien "eine Schande für ihre Gemeinschaft". Er sei zuversichtlich, dass er wieder wie früher werde laufen können. "Vielleicht werde ich nicht so Fußball spielen können, wie ich es gerne wollte, aber ich werde trotzdem laufen können", so der Italiener.

Auch Priester unter den Verhafteten

Dem katholischen Pressedienst SIR sagte er, er wolle sein Amt trotz aller Widrigkeiten antreten. Papst Franziskus hatte Carlassare am 8. März zum ersten Bischof der Diözese Rumbek seit fast zehn Jahren ernannt. Eigentlich hätte der 43-Jährige am 23. Mai die Leitung der Diözese Rumbek übernehmen sollen. Die geplante Weihe wurde verschoben. Wenige Tage nach seiner Ankunft überfielen Bewaffnete den Comboni-Missionar Ende April in seinem Zimmer in der Priesterresidenz der Katholischen Kirche in Rumbek und schossen ihm mehrere Kugeln in die Beine.

Unter den 24 verhafteten Personen sind laut Medienberichten auch mehrere Priester und Mitarbeiter des Bistums. "Ich hoffe, dass dies nicht zu Verwirrung bei den Untersuchungen führt", so Carlassare. Er sei aber nicht in die Ermittlungen eingeweiht. Zu gegebener Zeit wolle er eigene Schlussfolgerungen ziehen. (cbr)