Papst Franziskus besteigt ein Flugzeug zum Beginn einer Reise.
Nach Treffen mit Präsident Salva Kiir

Papst bekräftigt Wunsch nach Südsudan-Reise

2017 wollte Franziskus schon einmal den krisengeschüttelten Südsudan besuchen, doch die Reise wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Beim Treffen mit dem Präsidenten Salva Kiir wurde deutlich, dass der Papst die Idee nicht verworfen hat.

Vatikanstadt - 16.03.2019

Papst Franziskus hat am Samstag Südsudans Präsidenten Salva Kiir Mayardit im Vatikan empfangen. Franziskus hoffe auf "Bedingungen für einen möglichen Besuch" in dem afrikanischen Krisenland, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen, teilte der Vatikan nach dem 20-minütigen Treffen mit. Themen der Begegnung seien der Beitrag der Kirche zum Friedensprozess sowie Möglichkeiten einer endgültigen Lösung der Konflikte gewesen. Auch über eine Rückkehr der Flüchtlinge und Vertriebenen sei gesprochen worden.

Bereits 2017 hatte der Papst erwogen, gemeinsam mit dem anglikanischen Primas Justin Welby in den Südsudan zu reisen. Aus Sicherheitsgründen kam es bisher nicht dazu. In dem Land gibt es trotz eines 2018 geschlossenen Friedensabkommens zwischen Präsident Kiir und seinem Rivalen Riek Machar weiterhin vereinzelt Gefechte.

Franziskus überreichte dem Präsidenten am Samstag ein Medaillon mit einem Olivenzweig, der einen gespaltenen Felsen vereint. Dieses Motiv stehe "für die Notwendigkeit der Einheit", sagte der Papst. Das Kirchenoberhaupt und Kiir hatten sich schon im November 2015 während einer Afrikareise des Papstes kurz in Uganda getroffen. Im Vatikan war es die erste offizielle Visite des früheren Rebellenführers. Der 67-jährige Kiir gehört der römisch-katholischen Kirche an und wird als regelmäßiger Kirchgänger beschrieben.

Franziskus nimmt Anteil am Schicksal des Landes

Im März 2018 empfing der Papst Kirchenvertreter aus dem Südsudan, um über den Friedensprozess zu sprechen. Mehrfach rief er Gebetstage für Frieden in dem Krisenstaat aus. Im Juni 2018 gab es Anzeichen für eine geplante Errichtung einer eigenen diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhls in der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Zudem rief Franziskus 2017 angesichts einer drohenden Hungersnot die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

2011 hatte der Südsudan seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Bald darauf brach in dem ostafrikanischen Staat ein Konflikt zwischen der Armee von Präsident Kiir und der bewaffneten Opposition unter dessen früherem Stellvertreter Riek Machar aus. Der Bürgerkrieg trieb mehr als vier Millionen Südsudanesen in die Flucht.

Einige kirchliche Organisationen und Ordensgemeinschaften haben sich in den vergangenen Jahren wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen aus dem Südsudan zurückgezogen. Die Steyler Missionare haben das afrikanische Land im Sommer 2016 aus Sicherheitsgründen verlassen. Eine Rückkehr in absehbarer Zeit bezeichnete die Gemeinschaft damals als "unwahrscheinlich". (mal/KNA)