Die Kuppel des Petersdoms, fotografiert durch die Maschen eines Zauns, vor rosa und lila farbenem Abendhimmel
Prozess gegen neun Personen und mehrere Firmen beginnt Ende Juli

Vatikan erhebt Anklage wegen Finanzskandal

Der Vatikan hat einen großen Schritt bei der juristischen Aufarbeitung seines Finanzskandals getan: Das Staatssekretariat hat gegen neun Beschuldigte und mehrere Unternehmen Anklage erhoben. Es geht um Veruntreuung, Korruption und Erpressung.

Vatikanstadt - 03.07.2021

Im Zusammenhang mit dem Finanzskandal im vatikanischen Staatssekretariat hat das Gericht des Vatikan Anklage gegen insgesamt neun Personen erhoben. Wie das Presseamt des Heiligen Stuhls am Samstag weiter mitteilte, soll der Prozess am 27. Juli beginnen. Beschuldigt werden Mitarbeiter des Staatssekretariats, leitende Mitarbeiter der vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde (AIF) sowie externe Finanzmakler.

Zu den jetzt Vorgeladenen gehören der frühere Präsident und der Direktor der AIF, Rene Brülhart und Tommaso Di Ruzza, die italienischen Finanzmakler Enrico Crasso, Raffaele Mincione, Nicola Squillace, Fabrizio Tirabassi und Gianluigi Torzi. Weiters werden beschuldigt die Managerin Cecilia Marogna sowie Mauro Carlino aus dem Staatssekretariat. Anklage wurde auch gegen drei Unternehmen von Crasso und eine Firma von Marogna in Slowenien erhoben.

Die Anklagen lauten unter anderem auf Veruntreuung, Korruption, Erpressung, Geldwäsche Betrug, Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung. Bei den Ermittlungen, so die Mitteilung, seien auch Verdachtsmomente gegen Kardinal Angelo Becciu wegen Veruntreuung und Amtsmissbrauch aufgetaucht, die weiter verfolgt würden. (KNA)