Jean-Claude Hollerich, Präsident der Bischofskonferenzen der Europäische Union (COMECE).
Schlüsselfunktion im weltweiten synodalen Prozess

Kardinal Hollerich zum Generalrelator der Bischofssynode ernannt

Die ganze Kirche macht sich auf einen synodalen Weg – ab Oktober beginnen die Vorbereitungen für die nächste Bischofssynode in allen Bistümern. Nun hat Papst Franziskus eine erste wichtige Personalentscheidung getroffen.

Vatikanstadt - 08.07.2021

Papst Franziskus hat den Luxemburger Erzbischof Kardinal Jean-Claude Hollerich zum Generalrelator der für 2023 geplanten Bischofssynode ernannt. Das teilte der Vatikan am Donnerstag mit. Hollerich wird damit eine Schlüsselfunktion bei der Synode zum Thema Synodalität einnehmen, die ab Oktober durch einen weltweiten synodalen Prozess vorbereitet wird. Der Generalrelator hat eine wichtige moderierende Funktion bei der Bischofssynode. Er bereitet die Berichte zu Beginn und Abschluss der Synode sowie die Abstimmungsvorlagen vor.

Hollerich, der seit 2018 als Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) vorsitzt, betonte in der Vergangenheit, dass die Kirche stärker international aufeinander hören müsse. Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur sagte er im Juni, dass der Erfolg des von Papst Franziskus ins Leben gerufenen synodalen Prozesses davon abhänge, wie er auf kontinentaler Ebene moderiert werde und wie man verschiedene Positionen zusammenbringen könne. In Europa sei die länderübergreifende Zusammenarbeit der Kirche noch zu schwach ausgeprägt etwa im Vergleich mit Asien. Inhaltlich legte er Wert darauf, dass " nichts beschönigt wird und dass alle Fragen, so unterschiedlich sie sein werden, aufkommen können".

Wunsch nach mehr Internationalität in der Kirche

Mit Blick auf den Synodalen Weg beglückwünschte er die Kirche in Deutschland zu ihrem Mut, drängenden Fragen nicht auszuweichen. "Allerdings kann die deutsche Kirche nicht die Antworten auf diese Fragen geben", so Hollerich, der sich beim deutschen Reformdialog eine Einbindung der Kirchen aus den Nachbarländern gewünscht hätte. Eine größere internationale Ausrichtung hätte auch den Vorteil, dass eigene Strukturen relativiert würden und man freier reden könne.

Der Vatikan hatte im Juni einen weltweiten synodalen Prozess angekündigt, der in mehreren Stufen eine Beteiligung der gesamten Weltkirche ermöglichen soll. Nach der Eröffnung im Oktober sollen zunächst regionale Beratungen auf diözesaner Ebene stattfinden, deren Ergebnisse in einem ersten Arbeitsdokument zusammengefasst werden. Auf dieser Grundlage finden ab Oktober 2022 die Beratungen auf kontinentaler Ebene unter Koordination der Bischofskonferenzen statt. Aus diesen Beratungen entsteht dann das Arbeitsdokument für die Bischofssynode, die im Oktober 2023 zu ihrer ordentlichen Vollversammlung in Rom zusammentritt. Noch ist nicht bekannt, wie die diözesane Phase in Deutschland ablaufen wird und wie die Verzahnung mit dem Ende 2019 gestarteten Synodalen Weg aussehen wird. (fxn)