Kardinal Laurent Monsengwo Pasinya
Frühreres Mitglied des "K9-Rats" zur Kurienreform

Ex-Papstberater Kardinal Monsengwo gestorben

Er galt als eine der wichtigsten Figuren der Kirche auf dem afrikanischen Kontinent und beriet Papst Franziskus in Sachen Kurienreform. Nun ist der kongolesische Kardinal Laurent Monsengwo im Alter von 81 Jahren verstorben.

Paris/Kinshasa - 11.07.2021

Laurent Monsengwo Pasinya, von 2007 bis Ende 2018 Erzbischof der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 81 Jahren in Paris, wie die französische Zeitung "La Croix" auf ihrer Internetseite meldete.

Monsengwo gehörte zu den profiliertesten Kirchenführern Afrikas. Sprachgewandt und theologisch wie politisch bewandert, wurde er von Papst Franziskus 2013 als Vertreter Afrikas in den Kardinalsrat für die Kurienreform ("K9-Rat") berufen; bis Ende 2018 gehörte Monsengwo dem Gremium an. Nach seinem Tod hat das Kardinalskollegium noch 221 Mitglieder. Davon sind 124 qua Alter von unter 80 Jahren zur Papstwahl berechtigt.

Geboren in Mongobele im Westen des Kongo, wurde Monsengwo in Rom zum Priester geweiht; unter anderem studierte er an den päpstlichen Bibelinstituten in Rom und Jerusalem. Als erster Afrikaner erwarb er dort einen Doktorgrad. In der Kongolesischen Bischofskonferenz wurde Monsengwo 1975 Generalsekretär. Die Bischöfe bestimmten ihn zudem zu ihrem Repräsentanten bei Diktator Mobutu Sese Seko (1965-1997).

Mit 40 Jahren Weihbischof

Papst Johannes Paul II. ernannte den gerade 40-Jährigen zum Weihbischof in seinem Heimatbistum Inongo. 1984 wählten ihn die Bischöfe des damaligen Zaire zu ihrem Vorsitzenden. Monsengwo leitete die Bischofskonferenz über zwei Amtszeiten bis 1992 und noch einmal von 2004 bis 2008. Dazwischen war er von 1994 bis 1997 zunächst Vizepräsident, dann bis 2003 Präsident des gesamtafrikanischen Bischofsrates SECAM.

Als die Ära Mobutu zu Ende ging, leitete Monsengwo ab 1991 zeitweilig die Nationalkonferenz und amtierte später als Sprecher des Übergangsparlaments. Für die Nutzung der Bodenschätze im Kongo verlangte er die Einhaltung internationaler Regeln. Im Vatikan war er 2008 Sondersekretär der Weltbischofssynode. 2010 nahm ihn Benedikt XVI. (2005-2013) ins Kardinalskollegium auf. 2012 leitete der Kongolese als Ko-Präsident die Bischofssynode im Vatikan zum Thema Neuevangelisierung.

Im Februar 2018 stellte Papst Franziskus Monsengwo einen Koadjutor ("Helfer") mit dem Recht zur Nachfolge zur Seite. Seit Ende 2018 leitet der Kapuziner Kardinal Fridolin Ambongo Besungu (61) als Erzbischof die Geschicke der kongolesischen Hauptstadtdiözese. (KNA)