Operation offenbar ernster verlaufen als bisher gedacht

Papst nach Darm-OP: Krankenpfleger hat mir das Leben gerettet

Aktualisiert am 30.08.2021  –  Lesedauer: 

Rom/Madrid ‐ Papst Franziskus hat sich während seiner jüngsten Darm-OP offenbar in Lebensgefahr befunden, wie er nun berichtet. Ein Krankenpfleger habe ihn gerettet – nicht zum ersten Mal in seinem Leben. Außerdem äußert er sich zu Rücktrittsgerüchten.

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Die Darm-OP von Papst Franziskus Anfang Juli ist offenbar ernster verlaufen als zunächst gedacht. "Ein Krankenpfleger hat mir das Leben gerettet", verriet der 84-Jährige dem spanischen Sender Cope (Montag). Das erste ausführliche Interview des Kirchenoberhaupts nach der Operation wird am Mittwoch in voller Länge ausgestrahlt. Vorab wurden kurze Auszüge des eineinhalbstündigen Gesprächs veröffentlicht.

Auf die Frage nach seinem Gesundheitszustand antwortete Franziskus scherzhaft, "Ich bin am Leben". Mit Blick auf Spekulationen um einen möglichen Rücktritt sagte er, immer wenn ein Papst krank sei, wehe eine "Konklave-Brise oder ein Konklave-Sturmwind".

Franziskus war am 4. Juli bei einem geplanten dreistündigen Eingriff ein Teil des Dickdarms entfernt worden. Abschließende Untersuchungen hatten die erste Diagnose einer schweren Verengung bestätigt. Der genauere Befund zeigte demnach "Anzeichen einer sklerosierenden Divertikulitis", einer verhärteten Entzündung von Ausstülpungen der Darmwand.

Bereits das zweite Mal das Leben gerettet

Dass er noch lebe, sei dem zuständigen Krankenpfleger zu verdanken - "ein Mann mit viel Erfahrung", so der Papst. Es sei bereits das zweite Mal in seinem Leben, dass ihm ein Pfleger das Leben gerettet habe. Der erste Vorfall dieser Art habe sich 1957 ereignet. Damals musste Jorge Mario Bergoglio als Seminarist in Argentinien eine komplizierte Lungen-OP über sich ergehen lassen.

Der Krankenhausaufenthalt nach der Darm-OP hatte einige Tage länger als angekündigt gedauert und damit Spekulationen über einen Papstrücktritt genährt. Nach der üblichen Sommerpause nahm Franziskus mittlerweile sein übliches Arbeitspensum mit Generalaudienzen, Angelusgebeten und Begegnungen mit vatikanischen Behördenchefs wieder auf. Für September ist eine viertägige Papstreise nach Ungarn und in die Slowakei mit dichtem Besuchsprogramm geplant. (tmg/KNA/epd)