Kölner Weihbischof räumt erneut Fehler ein

Schwaderlapp: Will durch Dienst in Kenia "innerlich wachsen"

Aktualisiert am 01.10.2021  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp bleibt im Amt, wird aber für einige Zeit in Kenia wirken. Er möchte damit vor allem seinen Dienst als Seelsorger verbessern – denn gerade in dieser Rolle habe er versagt.

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Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp erhofft sich von seiner Zeit in Kenia einen neuen Impuls für sein Wirken als Seelsorger. Seine Motivation für einen Dienst in der Weltkirche liege darin, seine Berufung zu vertiefen und somit auch seinen Dienst zu verbessern, sagte Schwaderlapp am Donnerstag dem Kölner Internetportal "domradio.de". Er wünsche sich, dass er in Kenia "innerlich wachse, dass sich mein Horizont erweitert, dass ich andere Gesichtspunkte, die ich bisher nicht so im Blick hatte, kennenlerne und dann mit einem veränderten, erweiterten Blick auch wieder zurückkomme".

Vergangene Woche hatte der Vatikan bekanntgegeben, dass Papst Franziskus Schwaderlapps Rücktritt nicht angenommen hat, den dieser unmittelbar nach Veröffentlichung des Kölner Missbrauchsgutachtens am 18. März angeboten hatte. Dem Kölner Weihbischof werden in dem Gutachten acht Pflichtverletzungen in fünf Aktenvorgängen während seiner Zeit als Generalvikar in den Jahren 2004 bis 2012 angelastet. Schwaderlapp bat den Pontifex darum, für eine gewisse Zeit als Seelsorger in der kenianischen Erzdiözese Mombasa arbeiten zu dürfen. Er wird nach eigenen Angaben am 16. Oktober nach Kenia reisen, seine Freistellung endet demnach am 31. Juli 2022.

Schwaderlapp zeigte sich dankbar für die Entscheidung des Papstes, ihn im Amt zu belassen. Das sei für ihn ein Auftrag, "jetzt in einer guten, erneuerten Weise voranzugehen". Gleichzeitung räumte er erneut persönliche Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Er habe besonders als Seelsorger versagt, indem er das Leid von Verletzten nicht nahe genug an sich herangelassen habe. "Ich habe mit dafür gesorgt, dass so gut es ging, Fälle bearbeitet wurden. Da sind Fehler passiert, aber es wurde auch das Bemühen anerkannt." Ein Gutachten wie das im Erzbistum Köln vorgelegte erfasse jedoch nicht, "dass ich eben auch einen Selbstanspruch als Seelsorger habe – und der ist mir da klar geworden". Auch bei sich selbst sehe er "deutliche Defizit", so der Kölner Weihbischof. Es sei "eines der Schlüsselprobleme oder Schlüsselherausforderungen“ der Kirche, "dass wir nah an den Menschen sind und dass wir als Priester auch wirklich Seelsorger sind". (mal)