Beraten ja, aber kein Handreichen zur "schlechtesten aller Lösungen"

Bischof Voderholzer kritisiert Ampel-Pläne zum Lebensschutz

Aktualisiert am 28.11.2021  –  Lesedauer: 

Regensburg ‐ Im Koalitionsvertrag einer möglichen Ampel-Regierung finden sich auch Neuerungen zu Abtreibung und Sterbehilfe. Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer kritisiert die Pläne und bekräftigt den kirchlichen Schutz am Anfang und Ende des Lebens.

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Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat die Pläne der neuen Ampel-Koalition zu Abtreibung und Sterbehilfe kritisiert. "Gott hat jeden Menschen gewoben im Schoß seiner Mutter und deshalb kommt auch dem ungeborenen Kind das Lebensrecht einer menschlichen Person zu", sagte Voderholzer am Wochenende zum Beginn der Adventszeit.

Ihm sei bewusst, welche Probleme in einer Schwangerschaft auf Frauen zukommen könnten. Die Caritas berate hier und biete jede erdenkliche Hilfe an. Sie könne jedoch nicht zur Abtreibung als der "schlechtesten aller Lösungen" die Hand reichen, "weil es gar nicht eine Lösung des Problems ist, sondern seine Beseitigung".

Der Bischof bezog sich dabei auf die Pläne der neuen Koalition, nach denen Schwangerschaftsabbrüche Teil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung sein sollten. Außerdem soll Abtreibung als Teil "einer verlässlichen Gesundheitsversorgung" kostenfrei sein. Das Bistum Regensburg setze sich auch nicht nur für das ungeborene Leben ein, sondern schütze auch das geborene Leben, etwa durch die Angebote und Einrichtungen der Caritas und der Katholischen Jugendfürsorge.

Autonomie bei Sterbehilfe könne schnell in Fremdbestimmung umschlagen

Kritik übte Voderholzer auch an der Idee des "Inanspruchnehmen-Dürfens" von aktiver Sterbehilfe. Die angestrebte und erhoffte Autonomie könne sehr schnell umschlagen: "In eine knallharte Fremdbestimmung, wenn nämlich von alten und unheilbar kranken Menschen dann unverhohlen erwartet wird, von den neuen fortschrittlichen Rechten auch Gebrauch zu machen und sich fürderhin den Erben im wahrsten Sinne des Wortes zu ersparen."

Zur verbalen Abrüstung und zu mehr Vertrauen in die wissenschaftlichen Fachmeinungen rief der Bischof in der Diskussion um die Corona-Pandemie auf. Die Spaltung der Gesellschaft sei besorgniserregend: "Ich bitte also um adventliche Bemühungen um Versachlichung, Überwindung der harten Tonarten und um ein Zusammenstehen im gemeinsamen Ziel, die Pandemie zu besiegen und ihre Folgen zu bewältigen." (KNA)