Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, predigt bei einem Gottesdienst am 13. Dezember 2013 im Petersdom.
Lob für Franziskus' "katholisches Verständnis" der Weltsynode

Voderholzer: Kirche erneuert sich nicht durch Anpassung an Zeitgeist

"Noch nie habe ich gehört, dass die Kirche sich erneuert hätte durch Anpassung an die Forderungen des jeweiligen Zeitgeistes", betont Bischof Rudolf Voderholzer. Die vom Papst ausgerufene Weltsynode lobt er für ihr "katholisches Verständnis".

Regensburg - 18.10.2021

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich bei Kirchenreformen gegen eine Anpassung an den Zeitgeist ausgesprochen. "Es hat in der Geschichte der Kirche Erneuerung immer dort gegeben, wo intensiver auf das Wort Gottes gehört, leidenschaftlicher gebetet wurde und wo man hingebungsvoller sich den Kranken, den Leidenden zugewandt hat in den sozial-karitativen Werken", sagte der Bischof laut seiner Pressestelle am Sonntag im Regensburger Dom, wo er den von Papst Franziskus angestoßenen synodalen Prozess auf Bistumsebene eröffnete. Noch nie habe er gehört, so Voderholzer weiter, "dass die Kirche sich erneuert hätte durch Anpassung an die Forderungen des jeweiligen Zeitgeistes".

Franziskus habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass er beim weltweiten synodalen Prozess vom "katholischen Verständnis" von Synode ausgehe und dass er die Verantwortung und Entscheidung beim Papst und bei den Bischöfen sehe, lobte Voderholzer. Er ergänzte, dabei werde von Synode nicht in erster Linie in einem kirchenrechtlichen, sondern in einem ekklesiologischen Sinne gesprochen - "als die Erinnerung an den der Kirche von ihren Ursprüngen her aufgetragenen und mitgegebenen Stil des Umgangs miteinander, der Selbstverständlichkeit des Begegnens, des sich Austauschens, des Auf-einander-Hörens, des Unterscheidens der Geister". Papst, Bischöfe und Pfarrer als die durch die Weihe mit dem Amt der Leitung Beauftragen müssten ihr Ohr am Wort Gottes und am Leben des ganzen Volkes Gottes haben, um die Kirche gut auf ihrem Weg zum Ziel der endgültigen Gemeinschaft mit Gott führen zu können.

Große Erwartungshaltung: "Gut so!"

Mit der Weltsynode seien viele Erwartungen verbunden, so Voderholzer. "Und das ist gut so! Eine Kirche, in der sich niemand mehr etwas erwartet und von der sich niemand etwas erwartet, wäre wahrlich eine traurige Angelegenheit." Er selbst erwarte sich Perspektiven im Blick auf das "Zeichen der Zeit". Voderholzer erklärte: "Wie können wir als Kirche, als Bistum, als Pfarrei, als Verband, als Kirchenchor und so weiter uns wieder erholen von den Folgen, die die Corona-Pandemie für alle unsere Gemeinschaften und unser Zusammensein, unser gemeinsames Unterwegs-Sein mit sich gebracht hat?"

Papst Franziskus hatte den synodalen Prozess vor einer Woche in Rom eröffnet. Am Wochenende wurde er auch in den deutschen Bistümern eröffnet. Zahlreiche Bischöfe äußerten sich dazu in Gottesdiensten und Hirtenworten und riefen zur Beteiligung auf. 2023 ist in Rom eine weltweite Bischofssynode geplant, die über die gesammelten Themen berät und Reformvorschläge an den Papst formuliert. (tmg/KNA)