Wallfahrtsort dankt Kardinal, "treu die Bürde seines schweren Amtes" zu tragen

Maria Vesperbild lädt Woelki ein – "Treuer Nachfolger der Apostel"

Aktualisiert am 16.12.2021  –  Lesedauer: 

Ziemetshausen/Köln ‐ "Man könnte es als 'jetzt erst recht' auffassen, wenn wir den Kölner Kardinal Woelki eingeladen haben, wo er doch in manchen Medien wegen der Art und Weise der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Schusslinie steht", hieß es, aber...

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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki soll nach seiner Auszeit wieder nach Bayern kommen: Zu Mariä Himmelfahrt am 15. August 2022 wird er als Zelebrant des Festgottesdienstes im überregional bekannten Pilgerort Maria Vesperbild bei Ziemetshausen in Mittelschwaben erwartet. Das geht aus dem neuen Vesperbilder Wallfahrtskalender hervor. Erst im November war der Aufenthalt Woelkis im oberbayerischen Eichstätt bekanntgeworden; dort absolvierte er Exerzitien.

Von der Vesperbilder Wallfahrtsdirektion heißt es über Woelki: "Wir sind ihm dankbar, dass er in der größten und bedeutendsten Diözese Deutschlands treu die Bürde seines schweren Amtes trägt und als guter Hirte seit vielen Jahren eine hervorragende Seelsorgearbeit leistet." Zudem wird angeführt: "Man könnte es als 'jetzt erst recht' auffassen, wenn wir den Kölner Kardinal Woelki eingeladen haben, wo er doch in manchen Medien wegen der Art und Weise der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Schusslinie steht." Man habe ihn aber schon lange zuvor angefragt. Er sei ein treuer Nachfolger der Apostel.

Auszeit bis 2. März

Woelki befindet sich aktuell in einer vom Papst gewährten Auszeit. In diese hatte sich der Kölner Erzbischof am 10. Oktober verabschiedet. "Zunächst werde ich 30-tägige Exerzitien machen, auch ein Grund, warum ich den Heiligen Vater um diese Auszeit gebeten hatte", sagte Woelki damals. Anschließend wolle er sich in Nachbarländern, vielleicht in den Niederlanden, über deren Wege der Seelsorge informieren sowie für soziale Projekte einsetzen. Die Auszeit des Kardinals soll bis kommenden Aschermittwoch am 2. März dauern.

Im Erzbistum Köln hatte vor allem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu einer Vertrauenskrise geführt. Papst Franziskus erklärte, Woelki habe "große Fehler" in der Kommunikation gemacht, aber keine Verbrechen vertuschen wollen. Der Kardinal betonte, er wolle nach der Auszeit wieder seinen Dienst aufnehmen. Bis dahin leitet Weihbischof Rolf Steinhäuser das Erzbistum.

Maria Vesperbild nennt sich selbst die "schwäbische Hauptstadt Mariens". Das Hochfest Mariä Himmelfahrt bildet dort traditionell den Höhepunkt im Pilgerjahr mit in der Regel einigen Tausend Gläubigen und hochrangigen Würdenträgern, im vergangenen Jahr etwa Augsburgs Bischof Bertram Meier. (KNA)