Allein der Begriff "Schwangerschaftsgewebe" müsse "hellwach" machen

Bischof Genn kritisiert Ampel-Vorhaben zu Abtreibungen

Aktualisiert am 31.12.2021  –  Lesedauer: 

Münster ‐ Die neue Ampel-Bundesregierung will den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erleichtern. Der Münsteraner Bischof Felix Genn kritisiert dieses Vorhaben – und stört sich an einer Wortwahl, die zu einer "falsch verstandenen Autonomie" verzweckt werde.

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Der Münsteraner Bischof Felix Genn blickt kritisch auf die Gesetzesvorhaben der Ampel-Koalition zu Schwangerschaftsabbrüchen. "Allein die Tatsache, dass von dem werdenden Leben im Mutterleib mittlerweile von einem 'Schwangerschaftsgewebe' gesprochen wird, muss uns hellwach machen", sagte Genn am Freitagvormittag während des Silvestergottesdienstes in der Stadt- und Marktkirche Sankt Lamberti in Münster. "Da werden nämlich die Kleinsten und Ärmsten der Armen, die eines besonderen Schutzes bedürfen, allein schon durch Worte verfunktionalisiert zu eigenen Zwecken einer falsch verstandenen Autonomie und Selbstbestimmung", mahnte der Bischof.

Er rief Christinnen und Christen dazu auf, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen in einer Zeit der abnehmenden Bedeutung des Christlichen und der Kirche. Sie sollten "mit großer Wachsamkeit auf das schauen, was im Hier und Heute" ihr Auftrag sei, so Genn. Dabei sei zuweilen auch Widerspruch gegen gesellschaftliche oder politische Vorhaben notwendig.

Zuletzt hatte auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer Kritik an den Plänen der neuen Bundesregierung zum Thema Abtreibung geübt. "Gott hat jeden Menschen gewoben im Schoß seiner Mutter und deshalb kommt auch dem ungeborenen Kind das Lebensrecht einer menschlichen Person zu", so Voderholzer. Die Caritas berate Frauen und biete jede erdenkliche Hilfe an. Sie könne jedoch nicht zur Abtreibung als der "schlechtesten aller Lösungen" die Hand reichen, "weil es gar nicht eine Lösung des Problems ist, sondern seine Beseitigung". Voderholzer bezog sich dabei auf das Vorheben der Ampel-Koalition, nach denen Schwangerschaftsabbrüche Teil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung sein sollten. Außerdem soll Abtreibung als Teil "einer verlässlichen Gesundheitsversorgung" kostenfrei sein. (mal/KNA)