Franziskus: "Hunde und Katzen nehmen den Platz der Kinder ein"

Papst kritisiert kinderlose Paare – Familienbund sieht "Polarisierung"

Aktualisiert am 06.01.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt/Berlin ‐ Papst Franziskus hält es für falsch, wenn Paare keine Kinder bekommen wollen. "Hunde und Katzen nehmen den Platz der Kinder ein", kritisierte der Pontifex. Der Familienbund der Katholiken ist mit diesen Aussagen so nicht einverstanden.

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Der Familienbund der Katholiken hat die jüngsten Aussagen von Papst Franziskus zu kinderlosen Paaren als unzureichend kritisiert. Man halte es für falsch, "Familien und Kinderlose in ein Verhältnis der Polarisierung zu rücken", teilte Bundesgeschäftsführer Matthias Dantlgraber auf Anfrage von katholisch.de am Donnerstag mit. Der Wunsch, eine Familie und Kinder zu haben, sei weiterhin sehr verbreitet. "Die Jugendstudien der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Bedeutung der Familie sogar noch gewachsen ist und in Krisenzeiten weiter zunimmt", so Dantlgraber.

Franziskus hatte am Mittwoch bei einer Generalaudienz im Vatikan Kritik an Paaren geübt, die keine Kinder bekommen wollen. "So viele Paare haben keine Kinder, weil sie keine wollen, oder sie haben nur eins, weil sie nicht mehr wollen, aber sie haben zwei Hunde, zwei Katzen", sagte das Kirchenoberhaupt. "Hunde und Katzen nehmen den Platz der Kinder ein. Ja, ich verstehe, das bringt einen zum Lachen, aber das ist die Realität." Die Zivilisation werde immer älter und es fehle ihr an Menschlichkeit, weil man den Reichtum von Elternschaft verliere, warnte der Papst.

In Bezug auf den Reichtum von Elternschaft sei der Familienbund auf der Seite von Franziskus, so Dantlgraber. "Der Papst hat recht, wenn er hervorhebt, wie wichtig Kinder und Familien für die Gesellschaft sind." Die meisten jungen Menschen würden sich heute eine eigene Familie wünschen. Es gehe daher darum, familienfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Paare ermutigten, ihre Kinderwünsche zu erfüllen und das von ihnen gewünschte Lebensmodell zu leben. "Eine Gesellschaft, die die Wünsche der Paare in den Mittelpunkt stellt, die Leistungen von Familien für die Gesellschaft anerkennt und Familien ausreichend gemeinsame Zeit ermöglicht, wird eine freiheitliche, tolerante und von Kindern geprägte Gesellschaft sein. Daran müssen wir arbeiten!", so Dantlgraber. (cbr)