Erstmals zwei Nicht-Geistliche

Premiere bei Papst-Audienz: Laie und Ordensfrau tragen Texte vor

Aktualisiert am 05.01.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Bisher wurden bei der Generalaudienz die Lesungstexte zur Katechese des Papstes sowie seine Grüße an die verschiedenen Sprachgruppen der Pilger nur von Geistlichen vorgetragen. Das hat sich nun geändert.

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Erstmals haben bei einer Generalaudienz des Papstes auch zwei Nicht-Geistliche den Bibeltext vorgetragen sowie die Zusammenfassung seiner Ansprache. So trugen am Mittwoch ein US-amerikanischer Mitarbeiter von Radio Vatikan, Christopher Wells, und eine spanische Ordensfrau aus dem Staatssekretariat, Schwester Andrea Lorena Chacon, die englische und spanische Version vor. Das vatikanische Presseamt bestätigte die Premiere.

Bisher wurden die Lesungstexte zur Katechese (Textauslegung) des Papstes, die Zusammenfassung sowie seine Grüße an die verschiedenen Sprachgruppen der Pilger von Geistlichen vorgetragen. Künftig würden dies auch andere Vatikan-Angestellte tun – Ordensleute sowie Frauen und Männer, die keinem Orden angehören, so das Presseamt.

Papst sprach über Bedeutung von Adoptiv- und Pflegeeltern

In seiner aktuellen Katechesereihe über Josef, den Ziehvater Jesu, sprach Papst Franziskus diesmal über die Bedeutung von Adoptiv- und Pflegeeltern. "Eine solche Entscheidung gehört zu den höchsten Formen der Liebe sowie von Vater- und Mutterschaft", so der Papst. "Wie viele Kinder weltweit warten auf jemanden, der sich um sie kümmert."

Zugleich plädierte Franziskus für vereinfachte Adoptionsregeln. Damit könnte "der Traum so vieler Kinder, die eine Familie brauchen", ebenso erfüllt werden, wie der "vieler Paare, die Liebe verschenken möchten". Ebenso ermunterte der Papst junge Ehepaare, sich für Kinder zu entscheiden.

Am Rande der Audienz übergab eine Gruppe deutscher Pilger Franziskus ein "Reform-Manifest". Darin danken die Vertreter der Initiative "Neuer Anfang" dem Papst für die Weltsynode. Zugleich kritisieren sie den Synodalen Weg in Deutschland. Das bisher von rund 5.800 deutschsprachigen Personen unterzeichnete "Glaubensmanifest" enthält neun Thesen. Diese befassen sich mit Themen wie der Legitimation des Synodalen Wegs, der Einheit der Kirche, Macht, Frauen, Ehe, Laien und Priester sowie Missbrauch. (tmg/KNA)

5.1., 15:15 Uhr: Ergänzt um "Reform-Manifest".