Schachfigur
Standpunkt

Sternsinger sind keine Selbstverständlichkeit und verdienen Dank

Julia Martin möchte Danke sagen – und zwar den vielen Sternsingern. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass jedes Jahr eine sechsstellige Zahl an Kindern Häuser segne. Trotz Pandemie solle man dankbar für diesen Segen sein.

Von Julia Martin |  Bonn - 07.01.2022

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Statt eines Standpunktes, in dem an dieser Stelle – auch von mir – gern auf Missstände aufmerksam gemacht wird, möchte ich mich in den folgenden Zeilen einfach bedanken. Bei wem? Den Sternsingern natürlich! Denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass jedes Jahr eine sechsstellige Zahl an Kindern deutschlandweit Häuser segnet und gleichzeitig für Hilfsprojekte Spenden sammelt. Die Sternsinger sind also im doppelten Sinn ein Segen.

Notabene in ihren Schulferien trotzen die kleinen Könige dem oft ungemütlichen und kalten Januarwetter, ziehen von Haus zu Haus, singen und sagen ihren Segensspruch. Von früh bis spät sind sie tagelang unterwegs und lassen sich auch von durchaus möglichen zugeknallten Haustüren nicht entmutigen. Ein herzlicher Dank geht auch hier an die Begleiterinnen und Begleiter, die sich um Mittagessen, Verpflegung und Teepausen kümmern, Routen planen und auch mal Tränen trocknen müssen.

Nicht zuletzt muss auch den Pfarreien gedankt werden, die sich vor dem Hintergrund der immer kleiner werdenden Zahl an Sternsingern mit Beschwerden über ausgelassene Besuche konfrontiert sehen und durch die Corona-Pandemie nun noch größere Herausforderungen zu bewältigen haben. Statt "business as usual" musste vor einem Jahr umgeplant werden, wie der Segen bei Absage der Besuche zu den Menschen gebracht wird. Und auch dieses Jahr ist die Situation ähnlich.

Eine gute Idee sind da Gottesdienste am Dreikönigstag, in denen die Sternsinger Segensaufkleber oder geweihte Kreide verteilen und sich wie in meiner Heimatpfarrei den ganzen Tag in die Kirche stellen, damit sich jeder auch zu anderen Tagzeiten den Segen abholen kann.

Kritiker werden hier sagen, dass durch solche Alternativaktionen nicht jeder erreicht wird – aber das haben wir nicht mal vor 20 Jahren in meiner Sternsingerzeit in einem kleinen bayerischen Dorf geschafft. Sind wir lieber dankbar für das, was die Sternsinger und alle Mithelfenden tun. Ein Segen sein.

Von Julia Martin

Die Autorin

Julia Martin ist Pressesprecherin der Benediktinerabtei Münsterschwarzach.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.