Ergebnisse von diözesaner Phase des weltweiten synodalen Prozesses vorgestellt

Barcelona: Gläubige für Debatte über Priesterinnen und Zölibat

Aktualisiert am 31.05.2022  –  Lesedauer: 

Barcelona ‐ Das Erzbistum Barcelona hat die Ergebnisse der ersten Phase des weltweiten synodalen Prozesses vorgestellt. So wie in Deutschland fordern die Spanier die Möglichkeit von Priesterinnen und mehr Beteiligung für Laien.

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Die Gläubigen des Erzbistums Barcelona haben sich für eine Debatte über die Weihe von Frauen zu Priesterinnen und eine Aufhebung des Pflichtzölibats ausgesprochen. Diese und weitere Ergebnisse der diözesanen Phase des weltweiten synodalen Prozesses veröffentlichte die spanische Erzdiözese am Sonntag. Auch die Möglichkeit der Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt solle geprüft werden, heißt es in dem Dokument. Zudem wird in der dreiseitigen Zusammenfassung der Ergebnisse gefordert, mit Blick auf die Frauenweihe "in der Reflexion über den Zugang zum Diakonat und, wenn vom Lehramt aus gesehen möglich, zum Priestertum voranzukommen".

Mehr als 7.000 Teilnehmer hatten sich nach Angaben des Erzbistums seit Oktober vergangenen Jahres in ihren Pfarreien und kirchlichen Bewegungen in den Diskussionsprozess eingebracht. Zudem sprachen sich die Barceloner Gläubigen für eine Stärkung der Stellung der Laien in der Kirche und die Einführung von Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Ernennung von Pfarrern und Bischöfen aus. Die Räte auf Pfarrei- und Bistumsebene sollten zu "Instrumenten der Beteiligung" umgebaut werden. Weiter sprachen sich die Teilnehmer für die Anwendung des Papstschreibens "Amoris laetitia" mit Blick auf Familienleben und Sexualität aus, damit die Kirche in der Gesellschaft mit einem Klima des Respekts und des Willkommens verbunden werde. Mit Blick auf die in der Kirche verwendete Sprache forderten die Gläubigen eine Vereinfachung, um "mit der Welt in Kontakt treten zu können".

Barcelonas Erzbischof, Kardinal Juan José Omella, würdigte die Ergebnisse der diözesanen Phase bei ihrer Präsentation am Sonntag, berichteten spanische Medien. Die Meinungen aller Teilnehmer verdienten Respekt. "Wir sitzen alle im selben Boot", so Omella. Der Priester und Koordinator des synodalen Prozesses im Erzbistum Barcelona, Enric Termes, betonte die Notwendigkeit mutigen Handelns, "um für den Wandel offen zu sein". Die meisten anderen spanischen Diözesen haben die Bistumsphase des weltweiten synodalen Prozesses noch nicht abgeschlossen und bislang keine Ergebnisse veröffentlicht. Von September 2022 bis März 2023 folgt die kontinentale Phase, bei der auf internationaler Ebene über die diözesanen Ergebnisse gesprochen wird. Im Oktober 2023 findet die Weltbischofssynode zur Synodalität im Vatikan statt. (rom)