Franziskus reist im September nach Nur-Sultan

Vatikan und Regierung bestätigen Papstreisepläne nach Kasachstan

Aktualisiert am 31.05.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Papst Franziskus reist nach Kasachstan. Im September dieses Jahres kommt er zum Kongress der Weltreligionen ins Land. Kasachstan und den Heiligen Stuhl verbindet eine besondere gemeinsame Geschichte, aber es gibt auch aktuelle Herausforderungen.

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Der Heilige Stuhl und die kasachische Regierung haben am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung die Reisepläne von Papst Franziskus nach Kasachstan bestätigt. Kasachstan begrüße die "Entscheidung von Papst Franziskus, am VII. Kongress der Weltreligionen im September 2022 in Nur-Sultan teilzunehmen", wie es bei der Begegnung von Präsident Kassym-Schomart Tokajew und Franziskus im April vereinbart worden sei, heißt es in dem vom vatikanischen Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Gallagher, und Kasachstans Außenminister, Mukhtar Tileuberdi, unterzeichneten Schreiben.

Anlass der gemeinsamen Erklärung ist das 30-Jahr-Jubiläum der diplomatischen Beziehungen der beiden Länder. Datum ist der 17. Oktober. Bei einem Treffen zwischen Tileuberdi und Gallagher am Montag und Dienstag im Vatikan unterzeichneten beide mehrere Absichtserklärungen, etwa zur Kooperation des Medizinischen Universitätszentrums Kasachstan und dem römischen Kinderkrankenhaus Bambino Gesu. Auch bei Visa und Aufenthaltsgenehmigungen soll es dem Schreiben zufolge neue Vereinbarungen geben. Tileuberdi war am Montag auch von Papst Franziskus persönlich in Audienz empfangen worden.

Erstes zentralasiatisches Land mit Abkommen mit Heiligem Stuhl

Kasachstan war 1998 das erste zentralasiatische Land, das mit dem Heiligen Stuhl ein Abkommen über gegenseitige Beziehungen schloss. 2001 besuchte Papst Johannes Paul II. das Land, welches an China und Russland grenzt. Der "Kongress der Weltreligionen" findet seit 2003 etwa alle drei Jahre in Kasachstan statt; das insgesamt siebte Treffen ist für Mitte September geplant.

Anfang Juni findet in Kasachstan ein Referendum statt. Unter anderem geht es bei den Reformvorschlägen um eine Machteinschränkung des Präsidenten. Grund für die Reformen sind vor allem die Unruhen Anfang Januar in mehreren Städten Kasachstans: Friedliche Proteste gegen steigende Energiepreise waren in Gewalt umgeschlagen. (KNA)