Franziskus werde "die Kirche weiterhin leiten"

Kardinal: Rücktrittsgerüchte um Papst sind "billige Telenovela"

Aktualisiert am 10.06.2022  –  Lesedauer: 

Tegucigalpa/Rom ‐ Papst Franziskus sitzt im Rollstuhl, reist nach L'Aquila und ernennt neue Kardinäle – ungewohnterweise im Hochsommer: Plant er seinen baldigen Rücktritt? Alles Unsinn, sagt sein Vertrauter Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga.

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Medial angeheizten Gerüchten um einen möglichen Rücktritt von Papst Franziskus hat der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga eine klare Absage erteilt. Das sei wie eine "billige Telenovela", zitiert die Tageszeitung "La Vanguardia" (Donnerstag Ortszeit) den Erzbischof der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa.

Die Gerüchte basierten auf falschen Informationen aus Ländern wie den USA, wo es eine starke Opposition gegen Franziskus gebe, sagte Maradiaga. Tatsächlich habe er "nie darüber nachgedacht", zurückzutreten. Der Papst habe "nur ein Mobilitätsproblem wegen seiner Knieschmerzen", sei aber nicht krank. Vielmehr gehe es ihm "hervorragend" und er werde "die Kirche weiterhin leiten", so Maradiaga. Der Kardinal zählt zu den engsten Vertrauten des Kirchenoberhauptes aus Argentinien.

Zuletzt hatten internationale Medien wegen des Gesundheitszustandes und des fortgeschrittenen Alters über einen Rücktritt von Papst Franziskus spekuliert, der im kommenden Jahr zehn Jahre im Amt wäre. Auch die Ankündigung, er werde nach einem Konsistorium Ende August L'Aquila besuchen, heizten die Gerüchte an. In der mittelitalienischen Stadt befindet sich die Grabstätte von Papst Coelestin V., der nach nur fünf Monaten am 13. Dezember 1294 von seinem Amt zurückgetreten war. (tmg/KNA)