Mehr als die Hälfte der Betroffenen sind ehemalige Domspatzen

Bistum Regensburg zahlt 10,7 Millionen Euro an Opfer von Übergriffen

Aktualisiert am 07.07.2022  –  Lesedauer: 

Regensburg ‐ Das Bistum Regensburg hat offengelegt, wie viel Geld es bisher an wie viele Betroffene von Übergriffen gezahlt hat. Nach eigenen Angaben ist es bislang die einzige deutsche Diözese, die einer bestimmten Gruppe Anerkennungsleistungen zukommen lässt.

  • Teilen:

Das Bistum Regensburg hat nach eigenen Angaben bis Jahresende 2021 mehr als 10,7 Millionen Euro an Betroffene sexueller und körperlicher Gewalt gezahlt. Die sogenannten Anerkennungsleistungen kamen insgesamt 566 Personen zugute. Das geht aus einer Aufstellung hervor, die das Bistum auf seiner Internetseite veröffentlicht hat.

Wegen sexuellen Missbrauchs, sexueller Übergriffe oder sexualbezogener Grenzverletzungen wurden demnach 2.768.350 Euro an 122 Personen überwiesen. Das entspricht einer Durchschnittssumme von rund 22.700 Euro für jeden. Aufgrund von Körperverletzung hätten 499 Personen insgesamt 7.968.000 Euro erhalten, das sind im Schnitt jeweils etwa 16.000 Euro. In 55 Fällen seien Menschen beiden Gruppen zuzuordnen gewesen.

Nach eigenen Angaben ist das Bistum Regensburg bisher das einzige in Deutschland, das auch Opfern körperlicher Misshandlungen auf diese Weise Geld zukommen lässt. Mehr als die Hälfte der 566 Betroffenen, nämlich 377, sind laut Bistum ehemalige Domspatzen. Auf sie entfielen Anerkennungszahlungen in einer Gesamthöhe von etwas mehr als 7,2 Millionen Euro. Die weitaus meisten Zahlungen erfolgten laut Aufstellung bereits bis zum Jahr 2020. (KNA)