"Bild des Reformprozesses von Falschdarstellungen geprägt"

Lateinamerika: Adveniat beklagt einseitigen Blick auf Synodalen Weg

Aktualisiert am 21.07.2022  –  Lesedauer: 

Essen ‐ Bei seiner jüngsten Lateinamerika-Reise hat Adveniat-Hauptgeschäftsführer Martin Maier nach eigenen Angaben viele Falschdarstellungen über den Synodalen Weg gehört. Als Reaktion darauf macht er einen konkreten Vorschlag.

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Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Martin Maier, hat einen einseitigen und von Vorurteilen geprägten Blick des Kontinents auf den Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland beklagt. "In Lateinamerika ist das Bild des Synodalen Wegs in Deutschland von einseitigen Informationen und Falschdarstellungen geprägt", sagte Maier am Donnerstag in Essen. Dies habe er auf seiner Kolumbien-Reise Mitte Juli in zahlreichen Gesprächen mit Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien festgestellt. Maier kündigte an, beim Synodalpräsidium anregen zu wollen, den Vorsitzenden der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz CELAM, Erzbischof Miguel Cabrejos Vidarte, zur Abschlusskonferenz des Synodalen Wegs einzuladen. Der Erzbischof des peruanischen Trujillo habe auf diese Idee "sehr positiv und erfreut" reagiert.

Verbreiteten Vorurteilen wie der Aussage, die Kirche in Deutschland wolle sich von der Weltkirche abspalten, habe er offensiv entgegentreten können, betonte Maier weiter. Er habe klargestellt, dass es beim Synodalen Weg in Deutschland ähnlich wie etwa bei den Bischofsversammlungen der lateinamerikanischen Kirche darum gehe, "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art" (Pastoralkonstitution Gaudium et spes) im Lichte des Evangeliums zu deuten. Damit kämen die Katholiken in Deutschland dem Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) nach, die Zeichen der Zeit zu erkennen. (stz)